Viele glauben ja, der 1. Mai ist der Tag des Bieres. Denn ein nicht unerheblicher Anteil des Pro-Kopf-Jahresverbrauches an Bier – der, wie wir wissen, in Deutschland erheblich schrumpft – wird nicht nur an Christi Himmelfahrt erbracht, sondern auch am 1. Mai.
Der 1. Mai ist aber nicht der “Tag des Bieres”, sondern der „Tag der Arbeit“. Der „Tag der Arbeit“ ist ursprünglich sowas wie der „Kampftag der Arbeiterbewegung“. Am 1. Mai 1886 streikten Arbeiter bzw. Gewerkschaften in den USA, um eine Reduzierung der täglichen Arbeitszeit von 12 auf 8 Stunden zu erreichen. Dieser 1. Mai war ein Meilenstein in der Arbeiterbewegung weltweit.

Die Frage, die ich mir stelle, ist: Dürfen dann eigentlich nur „Arbeiter“ diesen Tag feiern und Bier trinken. Bürohengste müssen in die Röhre kucken, weil sie bei der Rebellion nicht mit dabei waren?
Ich hab das mal recherchiert: Seit der Reform (weiterlesen…)
Tag der Arbeit – wer darf feiern?
Zwei Sternla
Diese Woche habe ich mal einen neuen Getränkemarkt erkundet. Und gleich am Eingang bin ich über sowas wie einen „Bier Point of Sale“ gestoßen. Angepriesen wurde das „Original Sternla“ aus Würzburg. Bier aus der Würzburger Brauerei kenne ich noch aus Studienzeiten. Ich war einige Jahre in der gemütlichen Residenzstadt daheim. An das Logo mit dem Stern der Würzburger Hofbräu konnte ich mich verschwommen erinnern. An ein Bier mit dem Namen „Sternla“ konnte ich mich allerdings nicht erinnern. Mir schien das Bier fragwürdig und genau deshalb habe ich es mitgenommen.
Bedenklich ist besonders der Name und das bringt Achim Winkelmann vom Bayerischen Rundfunk in seiner Glosse wunderbar auf den Punkt.

Ja, ein unterfränkisches Dialektsternchen muss definitiv „Sternli” und nicht “Sternla” heißen. Erwin Pelzig kann Ihnen das sicher bestätigen.
Jetzt muss man allerdings wissen, dass die Brauerei Würzburger Hofbräu seit einigen Jahren eigentlich aus dem oberfränkischen regiert wird. Und zwar aus Kulmbach. Die Kulmbacher Brauerei AG hat einige Töchter und die Würzburger Hofbräu zählt zum Kreis der Adoptierten.
Die Produktentwicklung „Original Sternla“ an der Weinschleife Würzburg ist also denkbarerweise (weiterlesen…)
Tag des Bieres!
23. April: Heute ist Tag des Bieres. Bier, wir gratulieren zum Ehrentag!
Biertest Rothaus Eiszäpfle – der “Ostertipp”
Brauerei: Badische Staatsbrauerei Rothaus
Region: Baden-Württemberg

Prolog:
Dem Wetter angemessen, habe ich mir heute für den Biertest ein Eiszäpfle vorgenommen. „Vorgenommen“ ist etwas übertrieben, denn das Bier erfüllt das „schwäbische“ Klischee und kommt sparsam in einer 0,33er Flasche daher – offenbar hat sich die schwäbische Sparsamkeit auch Baden durchgesetzt. Es kommt aus dem Dorf Rothaus, das gefühlt 20 Einwohner hat. In der Brauerei sind rund 250 Menschen beschäftigt und der Betrieb erwirtschaftet ca. 18 Mio. Gewinn im Jahr (2011). Zum Vergleich, (weiterlesen…)
In Kürze: Lübzer Urkraft
Ganz kurz im Test ist heute das Lübzer Urkraft. Es stammt aus dem Hause Lübz, dem Marktführer in Mecklenburg-Vorpommern. Mehrheitlich gehört die Brauerei heute zu Holsten.

Das Urkraft hat 6 % vol. und kommt in der Weißglasflasche mit schlichtem und stilvollem Etikett daher. Der Name Urkraft hat Emotion. Die finde ich im Bier allerdings nicht wirklich wieder. Es ist nämlich eher mild und süffig. Von einem kräftigen Bier kann man bei den leichten Röstnoten und der eher dezenten Würze nicht sprechen. Dem Namen wird es also nicht gerecht. Unabhängig davon, lies es sich wirklich gut trinken und die Prozente sind geschmacklich gut verwoben.
Hövels Original
Brauerei: Hövels Hausbrauerei
Region: Nordrhein-Westfalen

Prolog:
Heute teste ich das „Hövels Original“, ein Bier aus der „Bierstadt Dortmund“. „Ehemaligen Bierstadt“ sollte man vielleicht besser sagen, denn aus der Biermetropole ist heute so etwas, wie der Platz 1 im Brauereisterben geworden.
“In den 1950er und 1960er Jahren avanciert Dortmund [...] zur Bierhauptstadt Europas.” ¹. In den 70er Jahren waren dort im Brauereiwesen fast 6000 Menschen beschäftigt. Alleine aus Dortmund kamen rund 7,5 Millionen Hektoliter Bier. Wie der aufmerksame Leser weiß: Heute trinkt Deutschland, in der Jahressumme gerade mal 96,5 Millionen Hektoliter. Besonders erfolgreich war übrigens das (weiterlesen…)
Bier vor dem Aussterben?
Der Bierabsatz in Deutschland geht seit Jahren zurück. Im letzten Jahr wurden laut Statistischem Bundesamt rund 96,5 Millionen Hektoliter alkoholhaltiges Bier in Deutschland gekauft. Das sind 1,8% weniger als im Vorjahr. Zum Vergleich im Jahr 2001 waren es noch fast 108 Millionen Hektoliter Bier. Der Anteil von Biermischungen, also z.B. Radler, machten dabei in 2012 mit 4,3 Millionen Hektolitern 4,5 % des gesamten Bierabsatzes aus. Alkoholfreies Bier ist mit ca. 3,3 Millionen Hektolitern (laut Brauerbund) am Markt vertreten. Zum alkoholhaltigem Bier dazu addiert, ergibt das eine Summe von ca. 100 Millionen Hektolitern Bier, die in Deutschland gekauft, und vermutlich auch getrunken wurden. Das sind dann immer noch bald 10% weniger als vor etwa 10 Jahren. Die gerne genannten Zuwachsraten im alkoholfreien Segment können den schwindenden Gesamtabsatz offenbar nicht ausgleichen und der Anteil von Biermischungen ist auch viel geringer als ich angenommen habe.

Die Frage ist: Warum geht der Konsum zurück?
Liegt es am Bevölkerungsrückgang?
Nein, darin liegt der Grund für die Entwicklung eher nicht, wenn wir Google Public Data glauben dürfen:
Übringes: Auch die Alterspyramide kann kein Grund sein. Denn Bier ist ein Getränk der „Erwachsenen“ und wurde seit jeher bis ins hohe alter konsumiert.
Ist das Bier schlechter geworden?
Heute ist die Vielfalt von Bieren, die am Markt – für jeden quasi überall zugänglich sind – so groß wie nie. Daran kann es also nicht liegen.
Haben wir keine Zeit mehr für Bier?
Wir leben in einer hocheffizienten Gesellschaft in der sich vieles, bei machen alles, um den Job dreht. Wir stehen im ständigen Wettbewerb und müssen daher dauerhaft leistungsfähig sein. Abschalten ist für viele keine Option. Das heißt, wer (weiterlesen…)
In Kürze: Schloss Weizen
Heute in aller Kürze das Schloss Weizen das für Netto hergestellt oder zumindest abgefüllt wird. Es trägt das DLG „Gold“. Was bekanntlich nichts heißen muss. Spätestens mit den 14 Gold-Medaillen, die “Müller-Brot” im Jahr 2011 von der DLG erhielt, hat das Siegel vermutlich einiges von seinem Rest an Qualitätsmerkmal verloren.

Gut, davon will ich mich gar nicht ablenken lassen. Das Weizenbier ist leicht trüb, (weiterlesen…)
Fässla Weizla
Region: Bayern / Franken
Brauerei: Fässla Bamberg

Prolog:
Heute teste ich ein Bier aus „Bambärch“. Bamberg ist urban gesehen ein wichtiger Bestandteil der Bierregion Franken: Denn hier gibt es mehrere (ich glaube acht) Braustätten innerhalb der Stadtgrenze. Ich vermute fast, dass Bamberg damit bayernweit die Stadt mit den meisten aktiven Brauereien überhaupt ist. Mehr als in München zumindest! Auch in Nürnberg sind es weniger, in Regensburg auch nur vier und in Würzburg spielt der (weiterlesen…)
Scherdel Pils
Region: Bayern / Franken
Brauerei: Scherdel

Prolog:
Kennen Sie Hof? Hof liegt im nord-östlichsten Zifpel von Bayern im Tal der Saale. Es ist auch als das Sibirien Nordbayerns bekannt. „Dort schneit es auch im Sommer!“ behaupten Menschen die es schon besucht haben (meist entgeistert) und natürlich auch Einheimische (dann zuversichtlich). Im letzten Jahr bin ich aus beruflichen Gründen öfters in diese Gegend gekommen. Von Coburg aus sind es bis Hof ca. 80 km und jahreszeitunabhängig gefühlt rund 5 °C weniger. Die Landschaft ist sehr spröde aber stimmungsvoll.
Ich verbinde diese Gegend immer mit dem Tor zum Osten: In früheren Zeiten, als es diese absurde Mauer – die nie jemand vor hatte zu bauen – noch gab, lag Hof quasi an der nächstgelegenen Transitautobahn. Und da mein Vater im Staatsdienst stand und in Westberlin arbeitete, (weiterlesen…)
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