Bierdiarium

Ein Blog über Bier. Denn Bier birgt Erzählstoff!

Alkoholfreie Biere im Test / Teil 2: Diebels Altbier alkoholfrei

geposted am: 20 Juni 2016 von Lothar bisher keine Kommentare

Der zweite Kandidat im großen alkoholfreien Biertest kommt aus der Region Niederrhein aus dem Hause Diebels. Die Geschicke der ehemaligen Familienbrauerei werden seit vielen Jahren von dem allseits bekannten Biergiganten Anheuser-Busch InBev gelenkt.

Die große Frage ist, wie schmeckt die alkoholfreie Variante des Altbiers von Diebels?

 

Diebels-alkoholfrei-Biertest

 

Das Schaumbild ist appetitlich, leicht cremig mit mittelmäßiger Standhaftigkeit. Die Farbgebung glänzt in bester Kastanie. Im Aroma ist es brotig und erinnert etwas an Sauerteig. Der Antrunk des alkoholfreien Diebels ist zunächst durchaus vollmundig. Es flaut aber dann ab und wird leichter als zunächst angekündigt. Es findet sich auch hier die brotige Note mit leichten Anklängen von Malz. Im Nachgang ist es klassisch feinherb.

 

Biertest-Diebels-alkoholfrei

 

Bisher in der Serie „Alkoholfreie Biere im Test“ ist erschienen:

 

1. Biertest: Neumarkter Lammsbräu Dunkel alkoholfrei

 

 

Der große Geschmackstest: alkoholfreie Biere im Test / Teil 1: Startup mit Neumartker Lammsbräu Dunkel alkoholfrei

geposted am: 9 Juni 2016 von Lothar 2 Kommentare

Das Bierdiarium trinkt sich diesen Sommer durch den alkoholfreien Biermarkt. Welche Sorten überzeugen und welche weniger, das wird sich im Lauf dieser Bier-Testreihe zeigen.
 
Zunächst muss ich sagen, wenn ich an alkoholfreies Bier denke, dann denke ich immer an „Jever Fun“. Dieses „Fun“, das so überhaupt nicht zu diesem Getränk passt, hat sich in mein Hirn für immer eingebrannt. Das kam so: Vor vielen Jahren, als ich noch sehr jung und vielleicht auch etwas dumm war, habe ich mit meinem damaligen Kumpel Leo ein kleines Pop und Punkrock Festival besucht. Das Festival war praktischerweise nicht weit weg und so hat Leo angeboten zu fahren und um einen Kasten Bier – sagte er – werde er sich auch kümmern! Das klang nach einem Sorglospaket und ich lies mich gerne abholen. Halbherzig vorgeglüht, stieg ich in seinen biederen, silbergrauen Opel Vectra mit Stufenheck im Rentnerbestzustand und wurde auf mausgrauem Velour mit Wackeldackel auf der Hutablage zum Festivalgelände kutschiert. Es war ein heißer Sommertag. Dort angekommen öffnete Leo den Kofferraum und zog sich lässig ein Bier aus dem Kasten. Ich zog nach und wir prosteten zu. „Schön kühl, sehr gut, Leo, aber Bier in grünen Flaschen ist doch Mist, warum hast du kein Gampert (generationenübergreifende Regionalmarke im Coburger Land) gekauft?“. Leo: „Gampert gibt’s net alkoholfrei“. O_o Er hatte tatsächlich einen ganzen Kasten alkoholfreies Bier gekauft! „Leo wir wollen das Festival rocken und du kaufst eine Spaßbremse in grünen Flaschen?!“. Ich war fassungslos. Obwohl es eigentlich nicht überraschend war, zumindest rückblickend: Leos wilde Phase dauerte nicht Jahre oder wenigstens Wochen, nein, sie war nur einmal für wenige Sekunden anwesend, als er in Coburg über eine rote Ampel ging. Auf der frühmorgendlichen Heimfahrt war ich aber durchaus dankbar, denn Leo hatte sich tatsächlich nur durch den Kasten Jever Fun getrunken. Während ich fleißig die Getränkestände subventioniert hatte. Leo versicherte mir, er wäre jederzeit bremsbereit, wenn mir übel würde. „Lothar, gib mir drei Sekunden!“. Ich hörte nur mit halbem Ohr hin und schlummerte ein.  
Seit damals ist viel passiert: Leo ist in seiner altbackenen Attitüde aufgeblüht. Ich bin vor allem gescheiter und am Alkoholfreien Biermarkt gibt es heute sehr viele Brauereien, zum Teil auch kleinere (Gampert hat aber noch keines im Sortiment). Es gibt nicht nur bitteres Pils bzw. Lagerbier und Weizen, sondern auch andere Stile wie zum Beispiel Dunkles, Altbier, IPA und sogar Kölsch. Wie diese so schmecken, die neuen Alkoholfreien, möchte ich in der kommenden Zeit in einem Praxistest herausfinden und zeigen.

 

Der erste Kandidat für „alkoholfreie Biere im Test“, kommt aus der Oberpfalz: Es ist das Dunkle Alkoholfreie aus dem Kessel der Biobrauerei Neumarkter Lammsbräu:

 
Neumartker-Lammsbraeu-Dunkel-alkoholfrei-Bier-Test
 

Und so ist es: Der Schaum ist stabil, großporig und leicht cremfarben. Das nussbraune Dunkel duftet spürbar nach Bayrisch Blockmalz. Im Antrunk ist es etwas rezent. Der Köper ist weich, (mehr …)

Bald ist es soweit: Wir feiern 500 Jahre Bayerisches Reinheitsgebot!

geposted am: 4 März 2016 von Lothar bisher keine Kommentare

Das Bayerische Reinheitsgebot ist eine Idee, die dafür steht, dass Bier per se nur aus den drei magischen Zutaten + Hefe besteht. Also letztlich ist das Reinheitsgebot auch eine bayerische Definition für Bier. Eine erstaunlich leckere Definition mit der man eine verblüffende Biervielfalt kreieren kann – die bei Weitem noch nicht ausgeschöpft ist.
 
Reinheitsgebot
 
Gerade jetzt wo das Bayerische Reinheitsgebot 500 Jahre alt wird, muss man genau hinsehen, denn offenbar verwechseln manche Brauer und Bierfans da zwei grundlegende Dinge.
 
 

Vorsicht Denkfehler: Das Reinheitsgebot ist nicht das vorläufige Biergesetz

 

Bei der ganzen Diskussion um die 500-Jahrfeier des Bayerischen Reinheitsgebots wird von mehreren Seiten Verwirrung gestiftet. Ich möchte drei Beispiele nennen:
 
 

Das Reinheitsgebot ist das älteste, noch unverändert gültige Verbraucherschutzgesetz der Welt“

sagt Walter König vom Brauerbund.
 
Das ist Nonsens. Walter König sollte es eigentlich besser wissen: Das Reinheitsgebot ist kein Gesetz und rechtlich bindend ist es schon länger nicht mehr. Heute gilt die wenig archaisch klingende Bierverordnung, die auf die Durchführungsverordnung zum Vorläufigen Biergesetz verweist, was die Zutaten angeht. Für obergäriges Bier sind z.B. Zuckerarten, Süßstoffe und Farbstoffe erlaubt. Bei der Herstellung kommen bei manchen Brauereien, auch in Bayern, Anti-Gushing-Mittel, Betonite, Kieselgur oder stabilisierende Mittel wie PVPP zum Einsatz. Wenn alles theoretisch nach Plan läuft, wird die Chemie vor der Abfüllung allerdings wieder herausgefiltert. Leider ist es in der Vergangenheit mehrfach vorgekommen, dass Kieselgur mit Schwermetallen belastet war. Kurzum: Sicher kann man nicht sein, dass etwas migriert. Der rechtliche Rahmen, um das Gebräu „Bier“ zu nennen wurde dennoch eingehalten. Manche Brauer verwechseln das aber mit der Berechtigung, den beliebten Slogan „gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot“ aufs Etikett drucken zu dürfen. Auf der Zutatenliste von 1516 waren diese Zusätze aber bekanntermaßen sicherlich nicht erwähnt.

 

Es ist ärgerlich, dass man laut Gesetz Biere „nach dem Reinheitsgebot“ bewerben darf, die definitiv mit anderen Substanzen gebraut wurden. Das ist aber kein Problem des Reinheitsgebots, sondern der gesetzlichen Vorgabe in Deutschland. Die einige Brauer schamlos ausnutzen.
 
 

Erdinger Weißbier – getreu dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516

 
Manche Brauer wissen offenbar selbst nicht so genau was das Reinheitsgebot von 1516 besagt.
Trotz Weizen im Bier hat die Privatbrauerei Erdinger Weissbräu vor einiger Zeit „getreu dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516 “ geworben. Blöd nur, dass das 1516 Gebot Weizen schlicht ausschließt.
 
Das ist ein grober Schnitzer und klare Verbrauchertäuschung. „Die Brauerei hat inzwischen eine Unterlassungserklärung abgegeben und zugesagt, künftig nicht mehr mit der Jahreszahl „1516“ zu werben. Dafür wird Erdinger eine Aufbrauchfrist bis zum 31. Juli 2016 gewährt“.
 
 
Der Präsident des Verbandes Privater Brauereien Bayern e.V. sagt folgendes:

„Nicht selten haben Lebensmittelskandale ihre Ursache in der Verwendung unklarer Stoffe.

 

„… die vier zugelassenen Rohstoffe Wasser, Malz, Hopfen und Hefe kennt ein Konsument und die Bierherstellung ist ein transparenter Herstellungsprozess.“

 
Auch das ist irreführend und hat im aktuellen Kontext des „Glyphosat-Skandals“ einen unschönen Beigeschmack. „Bayerisches Reinheitsgebot“ das klingt nach reinen Zutaten. Reinen Zutaten, wie aus einer Zeit, in der die Welt noch in Ordnung war. Ich finde tatsächlich, das klingt nach reiner, ursprünglicher Landwirtschaft. Agrarwirtschaft mit Pestiziden, Herbiziden und Kunstdüngern, bei denen Böden systematisch ausgelaugt werden, passt nicht in dieses Bild. Industriebauern sind aber mit Sicherheit immer noch der Hauptlieferant für Biere aus Bayern.
 
Jetzt könnte man sagen, dass sich in vielen Bieren Rückstände von Pestiziden finden, ist nicht verwunderlich. Bleiben wir beim aktuellen Beispiel: Von Glyphosat werden ca. 5.400 Tonnen alleine in Deutschland auf‘s Feld gefahren. Schadstoffe in Nahrungsmitteln ist ein Problem, damit stehen die Brauer aber ganz und gar nicht alleine da: Wenn man bedenkt, dass ein Brötchen quasi nur aus Mehl besteht, ein Bier aber nur aus z.B. 11% Stammwürze, kann man sich leicht ausrechnen, wo vermutlich mehr Schadstoffe, bedingt durch die Rohstoffe, enthalten sind.
 
Das Bier ist nicht verseucht und die minimalen Mengen von Glyphosat im Bier sind nicht bedenklich. Das sagt zumindest das Bundesinstitut für Risikobewertung. Wobei man wissen muss, dass das Bundesinstitut gerade bei diesem Thema in der Kritik steht, weil es laut ZDF Recherchen Pestizide wie Glyphosat 1. nicht mit unabhängigen Experten neu beurteilt und dass den Bewertungen (…) 2. keine unabhängigen Studien, sondern überwiegend von Herstellern wie Monsanto (Glyphosat) selbst in Auftrag gegebene Studien und auch Studien von unbekannter Herkunft, ohne Angaben zu den Autoren, zugrunde liegen. Auch Lobbycontrol sieht die Rolle des BfR kritisch. Ich weiß nicht was stimmt. Wenn der Name Monsanto fällt, sollte man aber grundsätzlich skeptisch sein. Das ist kein Konzern zum Wohle der Menschheit.
 
Studien und Risikobewertungen hin oder her: Auf der anderen Seite muss man wissen, es gibt auch Biere ganz ohne Glyphosat. Kleine und große bayerische Biobrauer wie z.B. das Brauhaus Bergmann (Glattbach), das Riedenburger Brauhaus (Riedenburg) oder Lammsbräu (Neumarkt) brauen mit Hopfen und Malz, das keine Rückstände von Pestiziden, Herbiziden und Kunstdünger enthält.
 
Das heißt, es geht auch ohne Rückstände von Pestiziden.
 
Fazit: Es ist ärgerlich, dass Verbände und viele Brauer nicht von sich aus begreifen, dass, wenn man sich mit dem Reinheitsgebot identifiziert und schmückt, es auch Ehrlichkeit bedarf, sonst fliegt einem das irgendwann um die Ohren. Das Gebot gebietet, dass man sich an die drei Zutaten + Hefe hält und man dann:
 
1. keine Hilfsstoffe beim Brauen verwendet
2. auf Zusätze (z.B. Farbstoffe, Zucker) verzichtet
3. keine belasteten Rohstoffe verwendet
 
Bei den Rohstoffen bedeutet das: Chargen zu prüfen und im Zweifel nur Bioqualität zu verwenden. Sonst ist das nämlich leider kein herausragender Verbraucherschutz.
 
 

Mehr Ehrlichkeit und eine Selbstverpflichtung zum Bayerischen Reinheitsgebot!

Wir brauchen keine Reform oder Abschaffung des Reinheitsgebotes. Auch dieses vorläufige Biergesetz kann uns egal sein. Was wir brauchen sind 100% ehrliche Brauer! Wer nicht nach dem RHG von 1516 braut, darf damit auch nicht werben. Wer sich mit dem Bayerischen Reinheitsgebot schmückt, der muss also naturreines Bier aus nur drei Rohstoffen + Hefe brauen. Denn das besagt es. Tut er es nicht, hält er sich nicht an das Reinheitsgebot und täuscht den Biertrinker, wenn er dennoch damit wirbt. Basta.
 
 

Fragen Sie nach. Fragen Sie die Brauerei ihres Vertrauens, wie sie das Bier braut!

Werden dem Dunklen „Farbstoffe“ hinzufügt oder ist die Farbe durch Röstmalze selbst erzeugt? Mit welcher Technik oder Chemie wird das Bier gefiltert oder geklärt? Kommen Zuckerarten zum Einsatz? Wir das Brauwasser aufbereitet, wenn ja wie? Woher stammt das Malz? Wir es geprüft oder ist es Bio? Wenngleich es für das Bayerische Reinheitsgebot nicht von Bedeutung ist und keine direkt Aussage über die Qualität und den Geschmack gibt: Lassen Sie auch etwas Wissen raushängen und fragen sie gleich, ob beim Hopfen ganze Dolden, Pellets oder Extrakt verwendet wird. Pellets müssen nicht schlecht sein! Extrakt ist kein besonders gutes Zeichen.
 
Das Reinheitsgebot ist so eine tolle Idee, die sich obendrein auch trefflich vermarkten lässt, dennoch riskieren Brauer – seit Jahrzehnten – dass es verwässert wird und zwar durch sie selbst. Dieses missglückte Verhalten ändert an der guten Idee allerdings rein gar nichts.
 

Ich schlage vor, wir feiern die Brauer, die sich wirklich an das bayerische Reinheitsgebot halten. Allen anderen sagen wir: Braut wie ihr wollt, aber bitte täuscht uns Verbraucher nicht mit falschen Etiketten und verhaltet euch euren Kollegen gegenüber nicht wettbewerbswidrig!
 

In diesem Sinne Prost auf die kommende 500-Jahrfeier!
  

Das Phänomen Edelbier im Praxistest: Welde Jahrgangsbier #7

geposted am: 31 Januar 2016 von Lothar bisher keine Kommentare

Das große Jubiläum rückt immer näher. Ich meine den 23. April 2016. Da wird nämlich die Idee des Reinheitsgebots 500 Jahre alt. Eine Party, bei der die meisten Brauer natürlich anwesend sein werden und sicher auch ein-zwei über den Durst trinken werden. Dann hoffentlich auch ein Bier, das tatsächlich so hergestellt wurde, dass es mit dieser Idee – die gefeiert wird – auch wirklich zu 100% vereinbar ist. Denn wir wissen leider, dass einige Hersteller beim Reinheitsgebot – sowohl in der Flasche, als auch auf dem Etikett – viel Interpretationsspielraum sehen.
 
Auf jeden Fall werden uns in diesem Jahr einige Jubiläumsbiere begegnen. Eines davon ist das (7.) Jahrgangsbier der Brauerei Welde. Laut Brauerei eine Hommage an das Reinheitsgebot: Wasser, Malz, Hopfen, Hefe – bei acht Wochen Kältereifung. Aber irgendwie doch trendy, denn der untergärige Lagerbock ist mit dem Aromahopfen Mandarina Bavaria aus der Holledau gehopft. Auch die Verpackung, die 0,75l Champagnerflasche, macht deutlich: Hier kommt nicht einfach eine Hommage, hier kommt ein echtes Edelbier.

 

Welde-Jahrgangsbier-Test-2016
 

Und wie ist es?

Das rötlich-braune Edelbier hat feine Schwebstoffe und eine leicht getönte Schaumkrone. Es verströmt ein (mehr …)

Frankenheim Altbier

geposted am: 30 Oktober 2015 von Lothar bisher keine Kommentare

Brauerei: Warsteiner
Land: Deutschland, Nordrhein-Westfalen
 
Altbier
 

Prolog:

Heute ist in der Verkostung ein Bier, das eigentlich aus einer Altbier-Hochburg stammt: Das Frankenheim aus Düsseldorf. Zumindest ehemals. Denn die Brauerei Frankenheim wurde Mitte der 00er Jahre von der Warsteiner Brauerei übernommen. Der Name der Brauerei wird seit einigen Jahren nur noch als Marke genutzt und das Altbier am Stammsitz in Warstein gebraut.
 

Verkostung:

Vor mir steht ein klares kastanienbraunes Bier. Die Textur seines Schaumes ist flockig und grobporig. Im Aroma ist es leicht röstig und wärmend harzig. Beim Geschmack muss ich an dunkles Holzofenbrot denken und etwas an Kandis. Es ist durchaus vollmundig. Im Nachgang spürbar (mehr …)

Das Phänomen Edelbier im Praxistest: Maisel & Stiegl machen gemeinsame Sache: Co-Brewing

geposted am: 12 Oktober 2015 von Lothar bisher keine Kommentare

Unter dem Schlagwort Co-Brewing gibt es in der Craft Bier Szene immer wieder Kooperationen von Brauern. In enger Kollaboration entstehen dabei besondere, limitierte und eher hochpreisige Biere. Im Vertrieb wird der Focus dann ganz bewusst auf den gemeinsamen Sud gelegt.
Was solche Experimente angeht, ist die Familienbrauerei Maisel mit ihrer Marke Maisel & Friends in der Vergangenheit schon aktiv gewesen. Nun haben sich die Oberfranken mit Österreichs größter Familienbrauerei zusammengetan. Da das Absatzgebiete von Stiegl eher die Region um Salzburg, Oberösterreich und Tirol ist, kann man auch nicht von direkten Konkurrenten sprechen. Und es ist glaubwürdig, dass die Brauer befreundet sind.

 

Bei dieser fränkisch-salzburgerischen Braufreundschaft sind zwei Biere entstanden: Die „Bordeaux Weisse“ (in Bayreuth) und ein „Smoked Baltic Porter“ (in Salzburg). Auffällig ist das ansprechende Packaging. Die beiden „Freunde“ präsentieren sich solide und mit optischem Zusammenhalt. Dennoch erkennt man deutlich, dass hinter den Bieren zwei Brauereien stecken.
 
Maisel-Stiegl-Bier-Friends
 
 

Die Co-Brewing Bordeaux Weisse:

Namensgeber des Co-Brewing Weißbieres ist der sogenannte Bordeaux-Weizen, ein fast vergessenes Urgetreide. Gewürzt ist das Edelbier mit Anthanum-, Chinook- und Herkuleshopfen. Es hat 7,3 % vol. Umdrehungen und 40 Bittereinheiten.
Im Glas verströmt das Bier ein solides Bananenaroma, gepaart mit einer (mehr …)

Das IKEA Bier im Test

geposted am: 19 August 2015 von Lothar 1 Kommentar

Auf dem Weg durch eine IKEA-Filiale bin ich nun auch über das Bier mit dem IKEA Logo gestolpert. Das Bier gibt es in zwei Sorten: ÖL LJUS LAGER und ÖL MÖRL LAGER. Wobei hier keine skandinavischen Ortschaften, Seen oder Tiere mit lustigen Namen Paten standen, sondern „Öl“ heißt auf schwedisch schlicht Bier, „ljus“ sowas wie hell und „mörl“ bedeutet dunkel.

 
Ikea-Bier-Test-Kronkorken-Bierflasche
 
Der Kronkorken der Biere ist eigentlich ganz lustig: Er weißt darauf hin, dass kein Öffner dabei ist. Ikea-Beer Das ist eine Anspielung auf die IKEA-typischen Aufbauanleitungen und Verkaufshinweise. Auf dem Etikett sehen wir ein Blumengebilde, das – sagen wir mal vorsichtig ausgedrückt – wenig Ähnlichkeit mit Hopfen hat und an Getreide nur bedingt erinnert.
Es wirkt als wäre es von irgendeinem hauseigenen Topflappen, einem Küchenhandtuch oder einer Serviette entlaufen. Die Flasche ist aus Glas und mit einem Einweglabel versehen.
 
 

ÖL LJUS LAGER:

 
Ikea-Lagerbier-Biertest-Ikeabier
 
Ich verkoste das helle Lagerbier und finde es im Aroma entspannt bierig. Im Geschmack ist es leicht spätsommerlich und dabei fein-herb. Es ist angenehm trinkbar.
Die Biere hier im Test werden übrigens von der familiengeführten Brauerei Krönleins gebraut. Die Brauerei hat eine interessante Geschichte : Sie brachte im 19. Jahrhundert deutsche Bierstile auf den schwedischen Markt.
 
 

ÖL MÖRL LAGER:

 
Ikea-Lagerbier-dunkel-Biertest-bierblog
 
Das dunkle Lagerbier ist dunkel, der Schaum ist eher kurzweilig und böse Zungen sagen, wenn es etwas mehr prickeln würde, könnte es auch Cola sein. Also rein optisch. Das dunkle Lager von IKEA ist im Aroma und auch im Geschmack etwas röstig. Es ist (mehr …)

Sommer, Sonne, Weißbier!

geposted am: 8 August 2015 von Lothar bisher keine Kommentare

Sommerzeit ist Bierzeit! Nein, Bierzeit ist immer. Sommerzeit ist Biergartenzeit. Ja, auf jeden Fall. Sommer ist aber vor allem auch Weizenbierzeit. Weizenbier (in weiten Teilen in Österreich, Bayern und auch in Brandenburg schlicht Weißbier genannt) gehört im Sommer zu den beliebtesten Bierstilen.

 
Auch wenn es gerade schon ein paar Wochen ziemlich heiß ist, wir alle wissen: Meistens ist es nicht so. Die lauwarme bis warme Jahreszeit dauert maximal drei Monate. Das restliche Jahr ist es entweder kalt, nass oder beides. Eine Phase in der sich der Mitteleuropäer auf den Sommer freut. Diese Sommererwartungszeit dauert also rund ¾ des Jahres. Fies lang. Das Zeitfenster ein von Sonnenstrahlen erleuchtetes Weißbier zu trinken ist somit relativ klein. Theoretisch müsste man es sobald es „warm“ ist durchgehend trinken, um auf den nötigen Jahreskonsum zu kommen: Morgens zum Frühshoppen. Nachmittags um 17h und vielleicht noch eines bei Sonnenuntergang. Arbeit macht nach einer Weiße zwar vielleicht mehr Spaß ist aber unproduktiver. Das fördert also zunächst das Betriebsklima gefällt aber dem Chef nicht. Leider ist das für viele nicht alltagskompatibel. Arbeit macht nach einer Weiße zwar vielleicht mehr Spaß ist aber unproduktiver. Das fördert also zunächst das Betriebsklima gefällt aber dem Chef nicht. Niemand kann dann noch Auto fahren, auch Minister nicht oder vernünftig Radeln. Die Liste der Dinge, die dann problematisch werden, ist lang und wird immer länger. Dennoch braucht der Mensch im Sommer eine angemessene Menge Weißbier. Diese Problematik erkannte auch Bierus, der Gott des Bieres und der Trunkenheit und hat den Brauern gezeigt, dass man den (mehr …)

Ausflug zu den Bierinseln in München, 25. Juli 2015

geposted am: 31 Juli 2015 von Philipp bisher keine Kommentare

Gastbeitrag von Philipp:

 

Letzten Samstag fanden die 2. Münchner Bierinseln statt. Bei Bierinseln handelt es sich um ausgewählte Geschäfte und Lokale, die sich auf besondere Art und Weise dem Bier verschrieben haben. Hier gibt es handwerklich hergestellte Craft-Biere und andere Brau-Spezialitäten. An einem Tag im Jahr kann man dann dort verschiedene Biere verkosten.

Hätte ich nicht einen Schwager, der einen Bierblog betreibt, hätte ich vermutlich wieder nichts von der Veranstaltung gewusst. Mir ist es immer noch ein Rätsel, wie so ein Ereignis, das offensichtlich schon einmal stattfand, an mir vorbeigehen konnte.

Zusätzlich bekam ich einen exklusiven Verkostungsvoucher von Lothar, mit dem ich an jeder Bierinsel kostenlos verkosten durfte.
 
 

Bierinsel #1: Biervana

Wir machten uns zu viert auf den Weg und starteten in Schwabing im Biervana. Es war schön, wieder einmal durch die Gegend zu laufen, in der ich als Student gewohnt habe. Vieles hat sich nicht geändert, doch wenn man auf die Details achtet, entdeckt man neue Läden und Restaurants an einigen Ecken. Vor dem Biervana hatten sich schon mehrere Menschen versammelt. Sogar ein Reporter vom BR war vor Ort und interviewte die Gäste. Elegant gingen wir ihm aus dem Weg. Mein Gutschein sorgte zunächst für Verwirrung, wurde aber akzeptiert. Folgende Biere gab es:
 
Rhubarb Wire von Brewcifer
Very White Porn Star von Mashsee Brauerei
Backbone Splitter von Hanscraft & Co.
 
Bierinsel-Biervana
 
Von allen dreien fand ich das Rhubarb am besten, obwohl die Rhabarbernote nicht als solche erkennbar war. „Schmeckt wie in einem Blumenladen“, so die Meinung in unserer Runde. Das Porn Star, ein belgisches Wit Bier, bestach durch seine säuerliche Ingwer-Koriander-Note. Der Backbone (mehr …)

Die Hopfenlust von Glaabsbräu im Test mit dem IPA Glas von Spiegelau

geposted am: 11 Juli 2015 von Lothar bisher keine Kommentare

Bier: Glaabsbräu, Hessen
Glas: Kristallglasfabrik Spiegelau, Oberpfalz (Bayern)
 
Glaabsbraeu_Hopfenlust
 

Prolog:

Die Hopfenlust der hessischen Brauerei Glaabsbräu kommt sehr unaufgeregt in einer kleinen Bügelverschlussfalsche daher. Von Craft-Bier-Allüren ist die Verpackung weit entfernt. Sie gibt sich bodenständig. Dennoch ist der Inhalt anders. Es ist kalt gehopft. Mit Sorachi Ace, einem Aromahopfen, der eigentlich die Züchtung einer japanischen Brauerei ist. Seinen Durchbruch hat die Hopfenkreuzung aus Brewers Gold und Saazer (1) aber mit dem Craft-Bier Hipe in den USA erlangt. Man findet diese Hopfensorte in vielen IPAs.
 
 

Verkostung:

Obwohl das Bier als Lagerbier/Schankbier vertrieben wird, verkoste ich das Bier aus dem Spiegelau IPA Glas. Die kaltgehopfte Hopfenlust wird sich in diesem Glas bestimmt wohlfühlen.
 
Und so ist es auch. Das sonnig leuchtende, naturtrübe Getränk entwickelt in dem Glas aus der Oberpfalz einen ausgesprochen fein-cremigen, weißen Schaum! Und aus diesem strömen sie, die tropischen Aromen! Ich erkenne tropische Noten aus Litschi und besonders Mandarine. Theoretisch müsste man auch Kokos wahrnehmen. Im Antrunk ist es sehr fein und ich finde die Aromen zusammen mit einem Hauch von Malz wieder. Malz und Hopfen sind in einer Balance, die auch im Nachklang erhalten bleibt. Die Qualität des Schaumes ist verblüffend bis zum letzten Schluck nach mehreren Minuten, bleiben weite Teile erhalten und sorgen für eine Aromawolke.
 
Das IPA Craft-Bier-Glas aus der Opferfalz hat eine ästhetische und funktionale Form. Es erinnert zugleich an eine Lagerbier-Stange und an eine Pils-Tulpe. Und vereint damit das Beste aus beiden Glastypen. Es fängt die Aromen so gut wie das traditionelle (mehr …)

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