Bierdiarium

Ein Blog über Bier. Denn Bier birgt Erzählstoff!

geposted am: 27 Juli 2011 von Lothar 2 Kommentare

Beck’s Gold

Region: Bremen
Brauerei: Beck & Co.

 

 

Prolog:

Diesmal in der Bierverkostung, ein Beck’s Gold. Ein Bier in einer transparenten Flasche. Ein Trend, der sich Anfang der Nullerjahre in Deutschland bei Bieren mit „Lifestyle“ bemerkbar machte. Ich glaube die Brauerei Beck hat wohl zu den Ersten gehört, die ihre Flüssigkeit, in diesem Fall ein helles Lagerbier, in eine nicht fast blickdichte Hülle füllten. Ich finde das sieht generell auch recht gut aus. Ja, es ist chic und hat auf mich einen appetitanregenden Effekt. Leider sieht man es auf dem Foto nicht mehr, weil der ehemalige Inhalt ja schon verkostet wurde 😉
Diese transparenten Flaschen werden übrigens mit einem speziellem Metalloxid versehen ¹. Es dient als Lichtschutz. Wäre dieser nicht vorhanden, würde das Bier innerhalb kurzer Zeit Fehlaromen entwickeln. Grüne und besonders brauen Flaschen bieten diesen Schutz von vornherein. Hätte das Bier die Wahl, würde es sich vermutlich also für einen braune Flasche entscheiden.

 

 

Verkostung:

Das Beck’s Gold hat ein frisches Aroma. Kaum im Glas entwickelt es ein gutes Schaumbild. Leider hat es nicht die Substanz dieses mehr als eine Minute zu stabilisieren. Geschmacklich ist der Antrunk durchweg frisch. Die Herbe tritt leicht verzögert ein und entwickelt, dafür, dass es ein Lagebier ist, eine deutliche Dominanz. Es schmeckt tatsächlich so bitter, dass entweder alle sonstigen geschmacklichen Nuancen keine Chance auf Wahrnehmung haben, oder keine enthalten sind. Im Laufe der Verkostung stellt sich das Beck’s Gold daher als bittere und wässrige Bierkomposition dar.
 
 

Stimmungsbarometer:

 


 
 

Gut für:

Ein Beck’s Gold kann man super mit einem „Wandöffner“ öffnen und danach über die Theke silden lassen. Keine Sorge, dabei wird das Bier nicht aus dem Gleichgewicht geraten und bei Bedarf das Etikett sogar charmant in die Kamera drehen. Mit einem sicheren Griff kann das Bier dann von einem erlebnisorientiert wirkendem Mann zwischen 25 und 35 Jahren geschnappt werden. Kleine Spritzer sind hier gewollt. Im Anschluss kann das Beck’s Gold von der Zielperson im definierten Altersspektrum, unter lüsternen Blicken einer blonden Frau*, verkostet werden.
 
 

Fazit:

Meine Beck’s Experience? Zu viel Werbung für zu wenig Bier. Ausgetrunken habe ich Flasche dennoch – trotz der ausgebliebenen Erfrischung. Warum? Ich hatte zu diesem Zeitpunkt leichte Bedenken, dass das Wetter gar nicht mehr besser werden könnte … Sommer komm‘ zurück! Ich habe meine Beck’s Gold- Flasche auch ausgetrunken!

 

*Rein geschmacklich kann ich keinen Grund finden, warum dieses Bier angeblich auch bei Frauen großen Zuspruch hat. Denn es erfüllt alle Kriterien für den (natürlich generell total falschen) Satz: „Bier mag ich nicht, ist mir zu bitter“
 
 

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2 Antworten

  1. Baste Štencanić sagt:

    Ein sehr schöner Eintrag, hier macht das Lesen richtig Spaß!
    Bei der Verkostung fehlt mir ein Hinweis auf den seifig-schmierigen Abgang, den ich als ausgesprochen unschön empfand – dem Fazit „zu viel Werbung für zu wenig Bier“ kann ich dafür wieder uneingeschränkt zustimmen!

  2. Heinz sagt:

    Ich versuche seit Jahren meine Frau von dem Gebräu wegzubekommen. Lothar, Deine Verkosung ist Gold wert!

Sie haben einen Bier-Tipp?

Aktuell nehme ich leider keine Tipps entgegen.

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