Bierdiarium

Ein Blog über Bier. Denn Bier birgt Erzählstoff!

geposted am: 25 April 2012 von Lothar 9 Kommentare

Kloster Scheyern Dunkel Weiße

Region: Bayern
Brauerei: Kloster-Brauerei Scheyern
 

 

Prolog:

Ich glaube ich habe es schon ein oder zweimal geschrieben, aber es ist einfach immer wieder erstaunlich, wie viele aktuellen Biermarken einen Klosterbackground haben. Die Ordensleute im frühen Mittelalter tüftelten intensiv am Brauverfahren und an der Zusammenstellung. Diesem munteren Brauen innerhalb der Klostermauern im Schutz des Christentums, machte dann die Säkularisation ein Ende. Der Staat nahm den Mönchen letztlich einfach ihre Braukessel weg und verleibte sie ein.

In Bayern, wo das Kloster Scheyern liegt, trat die Säkularisation leicht verzögert ein und wurde auch im Fall von Scheyern glaube ich zügig wieder relativiert.
 
In Scheyern wird übrigens seit 1119 – mit leichten Unterbrechungen – bis heute Bier gebraut. Meiner Information nach legen auch einige der 15 Benediktiner in Scheyern beim Brauen Hand an. Der Braumeister ist allerdings kein Ordensmann.

 

Das Bier aus Scheyern ist also kein passives Kloster-Relikt mit Etikettenschwindel: Das Bier wird „innerhalb“ eines aktiven Klosters gebraut.

 

Die Inschrift (Slogan, Claim) auf dem Etikett heißt in der Übersetzung übrigens folgendes:

 
nunc est bibendum = Es soll getrunken werden
ex fontana pura = mit reinem Wasser
hordeum distichum nutans = getrocknete Gerste
humulus lupulus bavaricus = bayerischer Hopfen

 

 

Verkostung:

Das Dunkle Weißbier aus Scheyern hat eine dunkle rotbraune Färbung. Es hat einen sehr cremigen Schaum. Beim Antrunk ist eine leichte Röstmalznote zu spüren. Im Mittelteil kommt leicht der Hopfen durch. Mit dem Finish lösen sich die Aromen überraschend zügig auf. In der Summe ist es leicht säuerlich und hefig im Geschmack.
 
 

Stimmungsbarometer:

 


 
 

Gut für:

Man davon durchaus mehrere trinken kann.
 
 

Fazit:

Es ist ein Bier in auf ganz alt getrimmter Verpackung. Es ist wirklich ziemlich süffig, auch oder vielleicht gerade wegen des quasi nicht existierenden Nachgeschmackes. Besonders aufgefallen ist mir dieser cremige Schaum, der ist echt toll!
 
 

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9 Antworten

  1. geigel sagt:

    Ich kann mir nicht vorstellen wie das Bier aus dem Kloster kommen soll , dort gibt es nur Fassbier.Die Rechte lagen früher bei der Hasenbräu Augsburg und von dort wird die Flasche auch kommen,wenn nicht mittlerweile schon aus Nürnberg/Fürth , denen die Hasenbräu mittlerweile gehört.Vielleicht kann jemand genaueres dazu mitteilen.

  2. geryon143 sagt:

    Wird inzwischen bei Tucher (Fürth) gebraut und abgefüllt.

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  5. medley sagt:

    also, – als Berliner kann ich nur sagen, , ein Bier das süffig ist und gut schmeckt;- das ist Kloster Scheyern, hell.
    Cristiano medley

  6. Jens sagt:

    Bin es leid seit Jahren nur Großindustriebiere zu trinken. Becks und Co sind ok, aber da geht mehr. Vielfalt ist was ich suche und liebe…Selbst hier im Norden in einem gut sortiertem Markt findet man Überraschungen…Das Kloster Scheyern Export Dunkel…es gab nur 4 Flaschen, gekauft, probiert…und begeistert! Rötliche Farbe, kräftiger Schaum und sehr zu empfehlen…

  7. Oktobersturm sagt:

    Ein Wahnsinnsbier! Erinnert mich sehr an das Irische Kilkenney.

  8. Terml sagt:

    Servus miteinander,
    das Bier wird mittlerweile nicht mehr bei Hasenbräu gebraut. Das hieß damals bei uns im Kloster-Wohnheim Schädelspalter… Mittlerweile wurde die alte Brauerei im Kloster Scheyern wieder aktiviert. Das Bier mit farbigen Etikett wird direkt vor Ort gebraut und verkauft. In den Supermärkten gibt es Bier mit dem Namen „Kloster Scheyer“, dieses wird jedoch von Tucher (nach dem Rezept aus Scheyern) für den internationalen Markt (bis nauf nach Thüringen) hergestellt 😉 dieses Bier hat ein einfarbiges Etikett.

Sie haben einen Bier-Tipp?

Aktuell nehme ich leider keine Tipps entgegen.

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