Bierdiarium

Ein Blog über Bier. Denn Bier birgt Erzählstoff!

geposted am: 7 August 2012 von Lothar 11 Kommentare

Münchner Bier – der große Test!

 

Das „Münchner Bier“ ist weltbekannt. München und Bier das gehört zusammen wie Kuba und Sozialismus. Um so erstaunlicher ist es, dass erst Ende der 90er der Begriff „Münchner Bier“ zur geschützten Angabe wurde. In München gibt es heute sechs große Brauereien: Augustiner Bräu, Spaten-Franziskaner-Bräu, Hacker-Pschorr, Paulaner, Hofbräu und Löwenbräu. Ganz so romantisch wie der Ruf des Münchner Bieres sind die Unternehmensverhältnisse allerdings nicht mehr: Irgendwie gehören, bis auf das eigenständige Augustiner Bräu und das staatliche Hofbräu, alle Brauereien anteilig (über Umwege) zu Heineken oder zur Anheuser-Busch InBev-Gruppe. Im Endeffekt sind diese Brauereien daher Konzerne im Konzern. Man könnte sagen: Industrielle Bierproduktion mit einem traditionellen Image. Böse Zungen würden sagen, sowas wie eine Projektion aus vergangenen Werten, die jetzt künstlich beatmet werden. Werte die wachstumsorientierten Sachzwängen längst zum Opfer gefallen sind.
 

Ich als Bierblogger weiß, Bier aus großen Braukesseln muss allerdings nicht per se schlecht sind. Ganz im Gegenteil, es kann eine hervorragende gleichbleibende Qualität haben. „Weißbier“ und „Helles“, das sind die Münchner Biersorten schlechthin. Aus diesem Grund habe ich 6 Helle aus München getestet.

 

Die Frage die ich mir dabei stellte ist: Gibt es Unterschiede und wenn ja welche?

 
Vorweg noch zwei Bemerkungen: Bei allen Bieren im Test war der Farbton gefühlt identisch hell. Alle Biere haben geschmacklich einen gemeinsamen Nenner. Da es sich bei allen um den gleichen Bierstil handelt und sie alle aus der selben Region stammen, ist das keine Überraschung. Dennoch ist es so, dass alle Marken im Test Schwerpunkte haben. Also geschmackliche Schwerpunkte meine ich …
 
 

Kandidat 1: Hofbräu

 


 
Das Hofbräu in München ist ein Wirtschaftsunternehmen des Freistaates Bayern. Damit ist das Hofbräu München eine von zwei lokalen Brauereien die noch wirklich in „bayerischer“ Hand ist. Der Eigenbierabsatz im Jahr 2011 betrug übrigens etwa 300.000 Hektoliter.
 
Das Etikett erzählt visuell von alten Zeiten und zeigt eine Illustration des Münchner Hofbräuhauses. Das kennt eigentlich jeder, es liegt in der Münchner Altstadt am Platzl.
 

Schau ma moi was drinsteckt:

Das Hofbräu überrascht: Es ist mit Abstand das herbste Bier unter den Münchnern. Ich traue es mich kaum zu sagen, aber im Blindtest hätte ich es vielleicht sogar für ein Pilsbier gehalten.
 

Und so sieht die Braustätte aus:


 
 
 

Kandidat 2: Paulaner

 


 
Das Gut. Besser. „Biergartenbier“. Der Saft zum Derblecken ist der Kopf einer Unternehmensverbindung von u.a. Hacker-Pschorr, AuerBräu und Thurn und Taxis Bier. Die Paulaner Gruppe ist wiederum das Eigentum der Brau Holding International AG. Diese Holding ist ein Töchterlein der Schörghuber Unternehmensgruppe und des Biergiganten Heineken.
 
Die Paulaner Flasche wirkt mit der Altstadtillustration in Kombination mit der Bildmarke und diesem verspielten Schriftzug ähnlich bodenständig wie das Hacker-Pschorr.
 

Schau ma moi was drinsteckt:

Das Paulaner ist das mildeste Bier im Test. Weil es vom Aromenumfang eher flach ist, lädt es dazu ein, große Schlücke zu nehmen.
 

Und so sieht die Braustätte (bzw. das Büro 😉 ) aus:


 
 
 

Kandidat 3: Löwenbräu

 


 
Von diesem Bier kann man Aktien kaufen. Die AG Löwenbräu ist mit Spaten-Bräu liiert. Beide werden von der Anheuser-Busch InBev-Gruppe behütet.
 
Das türkis schreiende Etikett fällt auf. Dieser Farbton zwischen grün und blau ist nicht gerade biertypisch. Bis auf den grafisch verspielten Löwen präsentiert sich das Bier eher schlicht. Ein zeitloser Look, wie ich finde.
 

Schau ma moi was drinsteckt:

Beim Löwenbräu fällt der sehr stabile Schaum auf. Er hat einen starken Gecko-Effekt. Geschmacklich ist es ausgewogen und süffig ohne besonderes Profil. Ein moderates Helles.
 

Und so sieht die Braustätte aus:


 
 
 

Kandidat 4: Augustiner Bräu

 


 
Das Helle stammt aus der ältesten noch bestehenden Brauerei Münchens. Es steckt in der klassischen Euro 2 Glasflasche. Diese Flaschenform wird meines Wissens von großen Brauereien kaum mehr verwendet – keine anderer Kandidat hier im Test geht mit dieser Verpackung ins Rennen. Zum Etikett habe ich vor einiger Zeit schon mal was geschrieben.
 

Schau ma moi was drinsteckt:

Das Augustiner hat einen markanten und eigenwilligen säuerlich bis fruchtigen Geruch. Dieser sticht unter den anderen Konkurrenten deutlich hervor. Im Geschmack ist weniger Freigeist: Es ist süffig und bietet ein Spektrum von süßlich, fruchtig und leichter Herbe. Der Gecko-Effekt beim Schaum ist wie gewohnt vorhanden.
 

Und so sieht die Braustätte aus:


 
 
 

Kandidat 5: Spaten-Bräu

 

 
Das Helle Spaten blickt auf eine lange Brautradition zurück. Die Wurzel der Brauerei liegen im Jahr 1397. Schon seit 1922 ist sie Teil der Spaten-Franziskaner-Bräu GmbH. Diese ist seit Mitte der 90er Jahre Teil der Spaten-Löwenbräu-Gruppe – diese wiederum gehört zur Anheuser-Busch InBev Braugruppe. Der Name stammt übrigens von der Familie Spatt, in deren Besitz die Brauerei von 1622 bis 1704 war.
 
Das Etikett fällt auf, weil es ziemlich viel Weißraum hat. Es wirkt dadurch schlicht und markant.
 

Schau ma moi was drinsteckt:

Das Helle von Spaten-Bräu hat ein feines Aroma. Schon bei der Sichtkontrolle fällt auf, dass es viel Kohlensäure hat. Kein anderes Bier im Test prickelt mehr! Es ist quasi der Sekt unter den Münchnern.
 

Und so sieht die Braustätte aus:


 
 
 

Kandidat 6: Hacker-Pschorr

 


 
Diese Bierquelle gibt es seit 1417. Die GmbH ist mit Paulaner „verheiratet“ und ist Eigentum der Brau Holding International AG. Diese Holding ist ein Töchterlein der Schörghuber Unternehmensgruppe und des Biergiganten Heineken.
 
Die Verpackung mit Bügelverschluss und Old-School–Etikett kommt sehr konservativ daher.
 

Schau ma moi was drinsteckt:

Das Hacker-Pschorr hat einen sehr kernigen vollmundigen Geschmack. Ich habe das Gefühl: das Getreide war reif! Das Bier hebt sich dadurch von den Kontrahenten deutlich ab.
 

Und so sieht die Braustätte aus:


 
 
 

Fazit:

Alle Biere im Test haben, wie eigentlich erwartet, eine gute Qualität. Besonders markant sind aus meiner Sicht: Das Augustiner, weil es dieses eigenwillige Aroma hat. Das Hacker-Pschorr wegen seines kernigen Geschmacks. Und das Höfbräu weil es überraschend herb ist.
 
 
Münchner Hell, welches schmeckt am besten?
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11 Antworten

  1. K. Kreiner sagt:

    Ich fühle mich zum Biertrinken animiert!

  2. Roland sagt:

    Ist echt hart. Nur noch zwei sind wirkliche Münchner. Wusst ich net.

  3. Karli sagt:

    Tolle Idee! Wenn man nach Aussehen der Braustätten geht, möchte man alles außer Augustiner irgendwie vermeiden… und genau das sollte man auch tun 🙂

  4. swetlana j. sagt:

    Hey danke liebe Leute da draussen für diese info für mich als nicht biertrinker aber als Bedienung waren diese infos sehr hilfreich weiter so …like !!!

  5. Dieterle sagt:

    Als Krönung der Münchner Biere würde ich das Augustiner Edelstoff beeichnen. Es ist geschmacklich ausgewogener – allerdings durch seinen etwas erhöhten Alkoholgehalt nicht ideal zum mehrstündigen Zechen bei prallem Sonnenschein. Aufpassen – oba guad is!

  6. Christian sagt:

    Das beste Bier ist immer das was einem gerade am besten schmeckt!;-)
    Also auch Geschmackssache!

  7. mm sagt:

    rrrrrrrüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüllllllppssssssss

  8. Peter Zimmermann sagt:

    ffffffuuuuooooooßßßßßßßßbbbbbbooooooaaaaaalllllllll

  9. Hannes sagt:

    Goanz kloar des Augustiner, direkt gefolgt vom oalde Hacker Pschorr!

  10. Kolja sagt:

    Moin interessanter Blog post. Schaut doch mal bei mir vorbei würde mich freuen 🙂

    Lg:

    http://www.bier-tester.de

  11. Dennis sagt:

    Ich trinke sehr wenig Bier Pilz mag ich nicht zu gerne weil es ist zu herb ich komme aus Mönchengladbach und bin bei Edeka und habe da Bier aus München gesehen und habe mir das mal ausprobieren und muss sagen das schmeckt gut Hacker Pschorr u das Spaten Bier und werde noch mehr ausprobieren aus München.

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