Bierdiarium

Ein Blog über Bier. Denn Bier birgt Erzählstoff!

geposted am: 9 Oktober 2012 von Lothar 2 Kommentare

Ein Bier aus der Wüste!

Heute habe ich ein Bier im Test, an das man nicht so einfach herankommt. Aus einem Wüstenstaat in Zentralasien wurde es quasi zu mir herausgeschmuggelt. Aus Turkmenistan. Zur Orientierung hier liegt das Herkunftsland:

 


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Damit ist das ZiP5 das Bier mit dem bisher weitesten und schwierigsten Anreiseweg im Bierdiarium.

 

 
Wer nach Turkmenistan reisen möchte, um dort z.B. ein Bier zu trinken, der muss sich aufwendig und kostenpflichtig registrieren lassen. Und eigentlich sollen Besucher nicht länger als drei Tage bleiben. Reisende mit PKW haben quasi gar keine Chance, sie müssen unter anderem eine extra Haftpflichtversicherung in Turkmenistan abschließen und an den Tankstellen muss eine extra Zusatzsteuer verrichtet werden. Mit dem Zug kann man quasi gar nicht einreisen, wenn dann nur über Umwege. Mit dem Flugzeug ist es auch nicht einfach. Reisende, egal wie sie kommen, müssen im Grenzbereich generell mit erheblichen Verzögerungen rechnen.
 
Wer das auf sich nehmen möchte, der sollte laut dem Auswärtigen Amt übrigens folgende Reisevorbereitung treffen: „Reisenden nach Turkmenistan ist dringend eine Mitgliedschaft in einem der deutschen Rettungsflugunternehmen zu empfehlen. In besonders schweren Fällen von Unfall, Krankheit o.ä. ist es unerlässlich, schnellstmöglich ausgeflogen zu werden. Für einen Rettungsflug nach Deutschland sind mindestens 50.000 Euro zu veranschlagen.“
 
Ist man mal im Land, hat Turkmenistan besondere strafrechtliche Schmankerl zu bieten: Reisende dürfen zum Beispiel nur bestimmt Gebiete betreten. Beim Fotografieren ist Vorsicht geboten, besonders beim Ablichten von öffentlichen Gebäuden. Die Ausfuhr von Teppichen ist verboten.
 
Anhand dieser Beispiele ist denke ich ganz gut zu sehen, wie schwierig es ist, überhaupt erst einzureisen. Und kaum ist man drin muss man schon wieder raus. Das Zeitfenster ist also sehr kurz um an ein ZiP5 zu kommen. Und wenn man mal ein ZiP5 hat, ist es ungewiss, was an der Grenze passiert. Schließlich gibt es ja diese strafrechtlichen Schmankerl. Denn vielleicht gibt es da ja auch spontan welche für Bier.
 
Über Umwege ist diese Bierdose also zu mir gekommen. Und nach kurzer Recherche habe ich mir gleich die Frage gestellt:
 

Ein Bier aus einem muslimischen Land?

 
Dabei ist, soweit ich weiß, der Konsum von Alkohol in einigen Teilen der islamischen Welt ein echtes Tabu. Auch bei den Sunniten und genau dieser Glaubensrichtung gehören, wie ich mir angelesen habe, viele Turkmenen an.
 
Bier ist normalerweise, mal von alkoholfreien Ausflügen einiger Brauer abgesehen, alkoholhaltig. Das gilt auch für das ZiP5 aus dem muslimischen Turkmenistan. Es hat zwar nur 3,2 vol. % von dem „Teufelszeug“, aber das reicht um sich zu wohlig zu enthemmen.
 
Laut Wikipedia gibt es vier Koranverse, die sich mit dem Konsum vom Alkohol befassen. In diesen Versen wird immer wieder explizit Wein genannt. Und offenbar haben sich Muslime diese Lücke seit langem zu nutze gemacht. Und zwar indem sie das Verbot umgehen, mit dem Hinweis, „dass Alkoholika aus Stutenmilch, Datteln und Korn damit nicht erfasst seien“. So, Bier ist ein klassisches Getreideprodukt. Und damit offenbar nicht so tabu. Anders kann ich mir im Moment nicht erklären, warum es Bier aus Turkmenistan gibt.
 
Das Bier ist im übrigen durchaus trinkbar. Im Geschmack ist es sehr spritzig. Es wirkt so – und vermutlich ist es auch so – als sei es mit karbonisiertem Wasser angereichert. Es ist nur minimal herb. Der Schaum ist gar nicht mal schlecht, wie man auf dem Foto sehen kann.
 
 

2 Antworten

  1. Dosenpfand sagt:

    Dosenbier, geil! da liegen die proleten mit dosen bier in der Wüste und schießen sich ab *muahaha*

  2. David sagt:

    Noch ne Dose übrig hast du nicht zufällig davon? 🙂 Wäre natürlich dran interessiert.

Sie haben einen Bier-Tipp?

Aktuell nehme ich leider keine Tipps entgegen.

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