Bierdiarium

Ein Blog über Bier. Denn Bier birgt Erzählstoff!

geposted am: 17 Dezember 2012 von Lothar 1 Kommentar

Der oberfränkische Weihnachtsbiertest!

Franken, also Nordbayern gilt unter Kennern als eine echte Bierregion. Selbst gestandene Altbayern geben manchmal unumwunden zu, dass sie von dieser Ballung an traditioneller Biervielfalt nur träumen können. Aus diesem bierumwobenen Franken, genauer gesagt aus Oberfranken, stammen die heutigen drei Weihnachtsbiere, die ich gegeneinander, also rein freundschaftlich natürlich, antreten lassen.

 


 
Hui, der Test ist jetzt schon etwa 35 Minuten her und mir ist jetzt schon deutlich schwummrig. Rein formal befinde ich mich vermutlich in der Phase in der wir Menschen ein sehr, sehr gutes Selbstwertgefühl haben. Böse Zungen behaupten, es wird dann gerne überschätzt und deshalb verzerrt. Insgesamt kann ich auch eine Verlangsamung meiner Reaktionen und Bewegungsabläufe feststellen. Alles also ganz normal und ganz entspannt. Gut, nach drei Bier ist das für einen Gelegenheitsverkoster wie mich geradezu unbedenklich. Zum Glück habe ich eine Mitschrift vom Testverlauf angefertigt. Auf diesen werde ich mich jetzt berufen. Fangen wir an:
 
Das erste Bier im Test ist das Mönchshof Weihnachtsbier, übrigens ein Bier der Kulmbacher AG und soweit ich weiß ein echtes Bluff-Bier. Denn der Klosterhintergrund ist nach meinem bisherigen Kenntnisstand frei erfunden. Ich habe deswegen schon mehrfach freundlich bei den Kulmbachern nachgefragt, wie es dazu kam, dass das Bier Mönchshof heißt. Allerdings habe ich nie eine echte Antwort bekommen, sondern wurde immer wieder vertröstet. Der letzte Stand ist übrigens, dass sich die Abteilung Marketing bei mir melden wird. Ich solle mich aber etwas gedulden, weil die betreffende Person im Urlaub sei. Offenbar macht mein Ansprechpartner einen sehr ausgedehnten Urlaub, vielleicht sogar eine Weltreise, denn seit bald einem Jahr warte ich. Abgesehen davon, dass es sich bei diesem Bier vermutlich um ein frei erfundenes Klosterbier handelt, ist es geschmacklich im Vergleich zu den anderen beiden Kollegen unklar bis wässrig. Es ist das schwächste Bier in diesem Weihnachtsbiertest.
 
Viel charakterstärker ist das Bier aus Mitwitz. Mitwitz ist ein 3000 Seelenort im Nirgendwo. Es hat einen eher groben Schaum (das Bier) und hat eine deutliche Hopfennote (zungenherb) und lässt die mehr als 5 vol. % etwas durchblitzen. Ich persönlich räume diesem Winterbier den Platz zwei im heutigen Test ein. Besonders, weil es gegen den Kandidaten aus Altenkunstadt, zu dem wir gleich kommen, keine Chance hatte.
 
Altenkunstadt liegt direkt neben Burkunstadt und damit bei einem Ort den Sie (oder zumindest Ihre Großeltern) vielleicht mit dem Namen Baur verbinden. Für Freunde der Nostalgie: Baur, das ist sowas wie der kleine Bruder vom Quelle-Versand. Die Brauerei aus dem der heutige Gewinner hervorgeht heißt Leikeim. Eine Brauerei, die vor vielen Jahren mit einer wirksamen Kampagne, besonders in der Region viel bekannter wurde. Der Wintertraum, so heißt das Bier, ist lecker: Es hat zwar die gleiche Farbe wie die anderen Testteilnehmer, das war’s dann aber schon mit den Gemeinsamkeiten. Das Bier ist wunderbar nussig. Im Abgang ist es ausgewogen und klingt mit einer leichten Herbe nach. Sein Nuss-Charakter tritt unter den beiden anderen Bieren angenehm hervor. Ganz klar, Leikeim bekommt mit diesem Bier heute den 1. Platz!
 
 

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Eine Antwort

  1. Baste Stencanic sagt:

    und wie sind die so im Vergleich zum Tuborg? Ich muss ja für nächstes Weihnachten gerüstet sein!

Sie haben einen Bier-Tipp?

Aktuell nehme ich leider keine Tipps entgegen.

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