Bierdiarium

Ein Blog über Bier. Denn Bier birgt Erzählstoff!

Archive for Juli, 2013

Biertest in Kürze: Baisinger Teufels Weisse Kristallweizen

geposted am: 18 Juli 2013 von Lothar 2 Kommentare

Heute habe ich quasi „das beste Kristallweizen der Welt“ vor mir stehen. Zumindest sagt das eine Jury. Und zwar schon zum dritten Mal: Die Baisinger Teufels Weisse Kristallweizen ist schon drei mal Weltmeister beim European Beer Star geworden. In der Kategorie „South German-Style Kristallweizen“.

 

 

Das Bier stammt aus Baisingen einem kleinen Ort in der Nähe von Rottenburg am Neckar. Also aus Baden-Württemberg.
 
Was sagt der Biertest in Kürze?
Die Teufels Weisse Kristallweizen (mehr …)

Was tut sich am Biermarkt Teil 2: Das Phänomen Edelbier

geposted am: 14 Juli 2013 von Lothar 6 Kommentare

Der Rückgang des Bierkonsums ist eine Entwicklung, der sich die Brauer seit Jahren motiviert entgegenstellen. Sie erfinden neue Biermischgetränke und lassen sich individuelle Marketingkonzepte entwickeln: Lagerbier gibt es mit Granatapfelbrause und einem Kick Koffein. Alkoholfreies Weizen kann man in der 0,33er Flasche mit Zitronenlimo vorgemischt kaufen. Pils und Weizenbiere gibt es in diversen Light-Varianten und natürlich auch 100% alkoholfrei (ich warte übrigens schon auf die Sorte „alkoholfrei und ohne Biergeschmack“). Der Biermarkt hat schon länger den Lifestyle für sich entdeckt und versucht gezielt Adressaten anzusprechen. Mit wechselndem Erfolg werden Marken und Bierstile für die urbane Kultur reaktiviert oder neu entwickelt. 

Dennoch: Der Pro Kopf Verbrauch von Bier sinkt konstant und der Markt wird dadurch kleiner. Und der Kampf wird härter.
 
Deshalb rüsten einige Brauer nun auch im Segment „Luxus“ auf: Vielleicht sind Sie ja schon mal in einem gut sortierten Getränkemarkt über ein auffällig hochpreisiges Bier gestolpert? Seit einiger Zeit gibt es im Handel teure und aufwendig verpackte Biere. Teilweise stecken sie in edlen Flaschen, die an Wein erinnern und offenbar absichtlich damit kokettieren.
 
Im Gegensatz zum Wein, war Bier schon immer ein vergleichsweise billiges Getränk. Wein und Bier miteinander zu vergleichen hinkt zwar schon etwas, denn die Herstellung von Wein ist, wenn man die Menge betrachtet, deutlich aufwendiger. Aber gut, ich will es trotzdem tun:
 
 

Bier macht dick und Wein wirkt gepflegt, anspruchsvoll und intellektuell?

 

Wer Wein und Bier vergleicht, ist schnell bei diesem Klischee. Der Biertrinker im Restaurant wirkt „einfach gestrickt“ und wer nach der Bierkarte verlangt, greift meist ins Leere. Wein ist am fein gedeckten Tisch klar im Absatzvorteil. Das ist Image, einen sachlichen Grund kann ich nicht so recht finden: Zumal das Bier mit seiner mehr als 9.000 Jahren Geschichte das älteste Kulturgetränk der Menschheit ist. Und im Wein stecken übrigens mehr Kalorien. Denn der Alkohol ist der relevante Energieträger. Das heißt je höher sein Gehalt, desto mehr Kalorien. Wie wir wissen , hatte Bacchus einen Weinbauch.
 
Weinbäuche hin oder her: Wein hat irgendwie ein höherwertiges Image als Bier. Wein wird weniger getrunken und darf deshalb auch teurer sein. Genau aus diesem Grund liegt es doch nahe, Bier zu saftigen Weinpreisen zu verkaufen?

 

Ist die Idee des Imagewandels beim Bier also eine reine Erfindung des Marketings? Nach dem Rezept: Bier in eine edle Flasche füllen und ein neues Preisschild draufkleben. Mit dem Ziel weniger Bier für mehr Geld zu verkaufen? Oder stecken in diesen Flaschen wahre handwerklich gebraute Meisterwerke, die jeden Cent wert sind? Vielleicht ist es ja eine Idee, mit der die Bierkultur in Deutschland neu erfunden werden kann und dem Wein werden Marktanteile am gedeckten Tisch genommen?
 
 

Was genau sollen Edelbiere sein?

 
Wenn sie vor einem Bier stehen, das mehrere der folgenden Merkmale besitzt, dann handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um ein Edelbier nach aktueller Definition des Marktes:

 

• Es ist ausgesprochen aroma- und charakterstark und manchmal auch gewöhnungsbedürftig.
• Seltene oder besondere Hopfensorten, teilweise sind auch Zutaten, die aus „reinlicher“ Sicht nix im Bier verloren haben, verarbeitet.
• Der Preis liegt deutlich oberhalb des normalen Bierpreises.
• Es steckt in besonderen Flaschen, die mitunter an Weinflaschen erinnern und manchmal sogar mit Korken verschlossen sind.
• Der Alkoholgehalt ist leicht – oft auch für Bier völlig untypisch stark – erhöht.
• Spezialhefen, z.B. aus der Weinbranche, finden Einsatz.
• Erhältlich sind die Biere oft nur im Delikatesshandel oder ausgewählten Getränkemärkten.
• Die „Auflage“ ist oft beschränkt und wird als Selektions- oder Jahrgangsbier vertrieben.
• Das Bier wird exklusiv und für Bier neuartig beworben.
• Mit Sommelier-Poesie wird das Bier beschrieben und zum Essen gereicht.
• Das Bier wird handwerklich hergestellt und ist keine industrielle Massenware.
 
 

Schmeckt Edelbier?

 

Geschmack ist wie immer Geschmacksache. Das gilt für manches Edelbier wohl ganz besonders. Um diesem Luxussegment etwas auf den Zahn zu fühlen, werde ich diesen Bereich mit meiner Serie „Edelbiere im Praxistest“ etwas näher beleuchten und einem Reality-Check unterziehen.
 
 

Edelbiere im Praxistest #1: Jeff’s Bavarian Ale

 
Jeff Bavarian Ale Flasche und Glas
 
Die Praxis startet mit dem „Jeff’s Bavarian Ale“ aus dem Hause Maisel in Bayreuth.
 
Die Traditionsbrauerei betritt mit dem lässig wirkenden Naming „Maisel & Friends“ die Arena der Edelbiere. Das Bier steckt in einer Flasche, die stark an die Formgebung einer klassischen Portweinflasche erinnert. Nur eben mit Kronkorken. Sie hat eine Füllmenge von untypischen 0,75 Liter und hebt sich somit schon durch die Größe vom „herkömmlichen“ Bier ab. Das Etikett ist eine Mischung aus Tradition und schlichter Eleganz. Im Preis liegt es bei ca. 5 Euro (mehr …)

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