Bierdiarium

Ein Blog über Bier. Denn Bier birgt Erzählstoff!

Archive for September, 2014

In Kürze: Buckler PUR MALT

geposted am: 12 September 2014 von Lothar bisher keine Kommentare

Vergangenes Wochenende war ich in Frankreich, um meine Eltern zu besuchen. Dort hab‘ ich auf ihrem schwankenden Boot ein Alkoholfreies Bier getrunken. Und zwar das „PUR MALT“ von Buckler, wie in Frankreich so üblich, aus einer Minibierflasche. Es war so gut wie nicht gehopft, aber süffig und erfrischend.
 
In dem Buckler PUR MALT ist neben Wasser, Gerstenmalz und Hopfen auch ein Aroma hinzugegeben, ein „natürliches“. Laut Etikett enthält das Alkoholfreie Bier weniger als 1,2% Volumenprozent Alkohol.
 
Buckler ist übrigens eine Heineken-Marke mit internationaler Verbreitung. Vielleicht noch ganz interessant: In den Niederlanden gibt es Buckler seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr zu kaufen. Ein Komiker veralberte Buckler und das führte angeblich zu so starken Umsatzeinbrüchen, dass es sogar vom Markt genommen wurde.

 

 

Buckler_Alkoholfrei
 

Craft Beer Lifestyle – jetzt auch aus der Fabrik?

geposted am: 1 September 2014 von Lothar bisher keine Kommentare

Felix hat Ende letzten Jahres einen sehr flammenden Artikel über Craft Beer geschrieben in dem er darauf drängt, dass Craft Beer in unserem Sprachraum eine Definition benötigt. Damit soll verhindert werden, dass diese Braukunst nicht geschluckt wird – von Konzernen, die sich die Idee Craft Beer aneignen und der Keimzelle der Braukultur die Luft nehmen, indem sie ihr dieses so wichtige Alleinstellungsmerkmal rauben. Seine Bedenken stehen vor dem Hintergrund, dass neuerdings auch Braumultis Craft Biere entwickeln und vermarkten. Teilweise unter anderem Label mit dem Versuch eines authentischen Craft Beer Lifestyles! Felix schildert bedenkenvoll:
 

Das Ganze ging sogar so weit, dass ein Versuch von der Nordmann Gruppe gestartet wurde, über einen Anwalt […] die Marke „Craft Beer“ beim Patentamt zu sichern.“

 
Ich muss sagen, am Anfang habe ich das Thema Craft Beer als interessante aber nicht sehr präsente Nische wahrgenommen. Außer bei Bierkennern, sehr aufmerksamen Fachmarktbesuchern oder besonders hippen Urbans war das Thema nicht sonderlich bekannt gewesen. Ja, ich habe es für eine Subkultur gehalten. Subkulturen sind Bereiche, die sich deutlich von der „herrschenden Kultur“ absetzen. Craft Beer Brauer und deren Liebhaber grenzen sich sozusagen vom „Einheitsbier“ ab. Wenn man die Entwicklung von Subkulturen näher betrachtet, kann man feststellen, dass diese meistens auf Widerstand in der dominierenden Kultur stoßen, dann langsam toleranter wahrgenommen werden und am Ende in die Gesellschaft einverleibt werden.
 
 

Craft Beer wird assimiliert durch Marktmacht?

 
Natürlich wird nicht alles einverleibt. Es gibt Nischen die bleiben. So könnte es auch beim Craft Beer sein. Allerdings finde ich es sehr spannend, wie schnell das Thema Craft Beer von den großen Playern am Markt aufgegriffen wurde und habe fast das Gefühl, viele haben sogar sehnsüchtig auf diesen „Heilsbringer“ gewartet. Es wirkt absurd: Großbrauer nutzen nun die Chance, alte Rezepte zu reaktivieren und neue zu erfinden. Und zwar, um ihr Sortiment zu erweitern. Jenes, welches sie in den vergangen Jahrzehnten dem Untergang geweiht haben, indem sie das Massenbier haben hochleben lassen. Die Biervielfalt musste unter der Fuchtel des Einheitsbieres viel erdulden. Denn wie wir wissen, reduziert sich der Bierabsatz Jahr für Jahr. Das Massenbier hat seine besten Zeiten gehabt, so oder so. Man könnte sagen, jedes Mittel sei den Multis recht, um neue Käufergruppen zu erreichen. Es wirkt absurd: Großbrauer nutzen nun die Chance, alte Rezepte zu reaktivieren und neue zu erfinden. Und zwar, um ihr Sortiment zu erweitern. Jenes, welches sie in den vergangen Jahrzehnten dem Untergang geweiht haben, indem sie das Massenbier haben hochleben lassen. Die Biervielfalt musste unter der Fuchtel des Einheitsbieres viel erdulden.
 
Ja, Biervielfalt, dies ist die Kernidee, die hinter Craft Bier steht. Wenn einige Multis die Ideen aus der Craft Beer Szene kopieren, machen Sie diese vielleicht durch ihre Marktmacht mehrheitsfähig/massentauglich. Wer kopiert wird, muss etwas richtig machen. Die entscheidende Frage ist aber, ob es reicht den Geschmack zu kopieren und das Produkt nach Subkultur-Lifestyle aussehen zu lassen? Das entscheiden die Verbraucher.
 
 

Jetzt im Test, ein Craft Beer aus dem Hause Bitburger

 
In diesem Zusammenhang möchte ich ein Bier von einem Braumulti testen, das auf der, nennen wir es mal „Craft Beer Welle“, mitschwimmt.
Und zwar das Summer Ale von „Craftwerk Brewing“. Einer Marke, die von Bitburger ins Leben gerufen wurde. Und ich muss sagen, den Namen „Craftwerk Brewing“, finde ich irgendwie gut. Es liest sich für mich – gewollt oder ungewollt – irgendwie ehrlich:
 
Denn was soll dieses Wortgebilde eigentlich heißen? „Craft“, das wissen wir: Es heißt im Englischen Handwerk. Was ist mit dem „werk“? Das Wort gibt es bei den Angelsachsen so nicht. Es steht im Deutschen für Fabrik. Wir können also „Handwerkfabrik“ lesen oder wenn wir den ganzen Namen hören an ein „Kraftwerk“ denken.
 
Craft-Werk-Summer-Ale-Skipping-Stone
 
Es ist also paradoxerweise ein „handwerklich“ gebrautes Bier aus der Bierfabrik Bitburger.
Und wie schmeckt es so?
 
Das Summer Ale von Craft Werk Brewing ist im Aroma fruchtig hopfig. Schon beim (mehr …)

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