Bierdiarium

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geposted am: 12 Oktober 2015 von Lothar bisher keine Kommentare

Das Phänomen Edelbier im Praxistest: Maisel & Stiegl machen gemeinsame Sache: Co-Brewing

Unter dem Schlagwort Co-Brewing gibt es in der Craft Bier Szene immer wieder Kooperationen von Brauern. In enger Kollaboration entstehen dabei besondere, limitierte und eher hochpreisige Biere. Im Vertrieb wird der Focus dann ganz bewusst auf den gemeinsamen Sud gelegt.
Was solche Experimente angeht, ist die Familienbrauerei Maisel mit ihrer Marke Maisel & Friends in der Vergangenheit schon aktiv gewesen. Nun haben sich die Oberfranken mit Österreichs größter Familienbrauerei zusammengetan. Da das Absatzgebiete von Stiegl eher die Region um Salzburg, Oberösterreich und Tirol ist, kann man auch nicht von direkten Konkurrenten sprechen. Und es ist glaubwürdig, dass die Brauer befreundet sind.

 

Bei dieser fränkisch-salzburgerischen Braufreundschaft sind zwei Biere entstanden: Die „Bordeaux Weisse“ (in Bayreuth) und ein „Smoked Baltic Porter“ (in Salzburg). Auffällig ist das ansprechende Packaging. Die beiden „Freunde“ präsentieren sich solide und mit optischem Zusammenhalt. Dennoch erkennt man deutlich, dass hinter den Bieren zwei Brauereien stecken.
 
Maisel-Stiegl-Bier-Friends
 
 

Die Co-Brewing Bordeaux Weisse:

Namensgeber des Co-Brewing Weißbieres ist der sogenannte Bordeaux-Weizen, ein fast vergessenes Urgetreide. Gewürzt ist das Edelbier mit Anthanum-, Chinook- und Herkuleshopfen. Es hat 7,3 % vol. Umdrehungen und 40 Bittereinheiten.
Im Glas verströmt das Bier ein solides Bananenaroma, gepaart mit einer leichten Blumigkeit. Mit-Tester wollen auch Noten von Avocado erkannt haben. Im Geschmack ist es zunächst süßlich, bis der Hopfen mit geballter Kraft durchschlägt und das Weißbier an ein IPA erinnert. Es ist ein sehr kräftiges, hochprozentiges Weizen, das schmeckt man. Der Schaum ist allerdings für ein Weißbier kurz angebunden. Insgesamt hat das Bier einen sehr natürlichen Charakter, was sich auch am hohen Anteil der Hefereste in der Falsche zeigt.
 
Maisel-Stiegl-Weizen-Bordeaux
 
 

Das Co-Brewing Smoked Baltic Porter:

Das Baltic Porter ist ein Bierstil der für Österreich nicht gerade typisch ist. In diesem Porter finden sich fünf Malzsorten und der heimische Opal Hopfen. Es hat einen Alkoholgehalt von 7,6 % vol. und 30 IBU.
Im Aroma ist es zunächst röstig wird dann aber von ausgeprägt erdigen Noten überströmt. Der Antrunk ist herrlich cremig. Im Mund spielt das Porter seinen bärigen Köper aus und erzeugt ein Malzkonzert mit Mocca und Karamell im Duett. Das Schaumbild ist übrigens wunderbar und seine Farbe schwarz wie die Nacht. Der Alkoholgehalt wird vom Bier sehr gut eingebunden.
 
Maisel-Stiegl-Baltic-Porter-Bier-Test
 
In der Testrunde haben wir zunächst das Weizen verkostet. Ich finde auch, dass es sehr gut in die Jahreszeit passt. Es ist nämlich kein „Sommerweizen“ sondern schon mehr was für den Herbst. Das Porter ist eine echte Steigerung: Es ist im Grunde ein sehr festliches Bier. Es verlangt fast nach Neuschnee oder klirrender Kälte.
Beide Co-Brewing Biere kamen auch bei meinen Mitverkostern gut an.
 

Übrigens:

In der Serie „Phänomen Edelbier“ im Praxistest ist bisher erschienen:
 
1. Praxistest zum Thema Luxusbier:
Ein Klassiker: Das Chimay Rouge Premiere, ein Trappistenbier.
 

2. Praxistest zum Thema Luxusbier:
Ein edles Bier aus der kurpfälzischen Gemeinde Plankstadt von Weldebräu: Das Welde Jahrgangsbier
 
3. Praxistest zum Thema Luxusbier:
Riegele Braukunst Selektion Nummer 2 Das edle „Riegele“
 
4. Praxistest zum Thema Luxusbier:
Maisel & Friends Tripel Blanc / Freestyle #1 Das Freestyle #1
 

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