Bierdiarium

Ein Blog über Bier. Denn Bier birgt Erzählstoff!

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Die Bierkrone Frankens – Scheidmantel Pils, Coburg

geposted am: 22 Juni 2017 von Lothar bisher keine Kommentare

Coburgern ist sie auch heute noch ein Begriff, die Brauerei Scheidmantel. Eine Brauerei im Stadtteil Cortendorf. Noch heute erinnert ein historistischer Ziegelbautenkomplex an die Braustätte. Um die 00er Jahre herum wurde diese aufgegeben und eine Kooperation mit der Brauerei aus der heimlichen Hauptstadt des Bieres eingegangen. Das Bier wird seit dem über die Coburger Biervertrieb GmbH vertrieben. Ein unscheinbares Unternehmen mit Sitz in Coburg, genauer ein Tochterunternehmen der Kulmbacher Brauerei AG. Wobei der Jahresabschluss der Kulmbacher Brauerei AG wiederum im Konzernabschluss der Brau Holding International GmbH & Co. KGaA einbezogen ist und diese ist wiederum ein Joint Venture der Schörghuber Unternehmensgruppe mit der niederländischen Heineken Aktiengesellschaft.

 

Wo genau heute das Scheidmantel Pils gebraut wird ist mir unklar, vermutlich in einem Kulmbacher Kessel. Theoretisch aber auch in einem der vielen anderen Kessel des Firmengeflechtes – mit freien Kapazitäten. Ob das Pils genau so schmeckt wie aus der Coburger Braustätte ist eher unwahrscheinlich. Aber vermutlich ähnlich, nicht schlecht, nicht ausgefallen, solide und etwas würzig.
 

Das Bier und sein Geheimnis

 
Klingt wie der Niedergang einer Brauereigeschichte. So wie es vielen Familienbetrieben vor der Jahrtausendwende ergangen ist. Ganz normal? Nein! Denn mit dem Bier stimmt etwas nicht. Geschmacklich? Nein, da ist es wie gesagt okay. Ist es die Biervertriebs GmbH in diesem verflochtenen Unternehmensgeflecht? Nein. Okay, auf den ersten Blick ist es schon seltsam, dass die Gewinne der Coburger Biervertrieb GmbH – in den mir einsehbaren Bilanzen – äußerst mau ausfallen. Aber naja, vielleicht kauft das Bier auch einfach keiner. Was ist es dann?
 

Die Scheidmantel-Verschwörung

 

Es ist das Etikett! Mit diesem stimmt etwas nicht! Wer es sich genau ansieht und die fränkische Krone vor Augen hat, wird mit Sicherheit irritiert sein: Die stilisierte Veste Coburg wirft gleich mehrere Fragen auf:
 
1. Die Burg hat einen Zacken (einen Turm) zu viel in der Krone
2. Das ganze Ensemble ist gespiegelt
 

 
Mit anderen Worten: So sieht das Wahrzeichen der Stadt gar nicht aus.
 
Die erste Frage, die ich mir gestellt habe war: Vielleicht ist das ein historischer Witz?
 
Also vielleicht fand es der Gründer Herr Scheidmantel lustig und wollte seine Kunden foppen? Ein Turm ist schließlich auf der Illustration gedoppelt – also vielleicht ist das sozusagen eine Anspielung auf „doppelt sehen“ in den Stadien jenseits der wohligen Enthemmung?
 
Für die Spiegelung der gesamten Burganlage finde ich in diesem Zusammenhang allerdings keine stimmige Erklärung. Nein eine kurze Recherche erübrigte meine Thesen sowieso: die stilisierte Veste war früher korrekt:
 

 

 
Es muss also einen anderen Grund haben, warum die Veste so komisch aussieht. Meine Recherchen sagen mir, dass die „falsche Veste“ erst seit der Umstellung auf „Kulmbacher“ die Flaschen ziert. Wir kommen der Sache deutlich näher: Ich bin mir sicher, hier muss der Hase im Pfeffer liegen!
 
Sind vielleicht Markenrechte schuld? Möglicherweise sind diese beim Erwerb der Brauerei aus irgendwelchen Gründen nicht übertragen worden?
 
Wäre dem so, dann hätte das Etikett nicht wie gehabt weitergeführt werden dürfen. Ein neues Design oder eine neue Illustration hätten aber gereicht. Es gibt tausende Möglichkeiten die Veste „richtig“ abzubilden. Diese unbeholfene Fantasiedarstellung der Veste ist überhaupt nicht nötig. Eine Darstellung der Veste ist per se frei von Urheber oder Markenrecht, solange sie sich nicht deutlich an eine bestehende Darstellung anlehnt oder gar eine schlichte Kopie ist.
 
Fazit: Es gibt keinen mir ersichtlichen urheber- oder markenrechtlichen Grund, die Veste auf dem Etikett so seltsam darzustellen.
 

Was sind die wahren Gründe für ein derart skurriles Etikett?

 
Man muss es sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Da schluckt ein heimlicher Biergigant eine kleine gemütliche Coburger Brauerei und etikettiert fortan das Bier mit einem neuen Etikett, das die Veste Coburg verunstaltet. Jeder Coburger oder anders gesagt, jeder Biertrinker aus Coburg erkennt selbst nach fünf Halben, dass da was nicht stimmt. Das ist doch absurd!
 
Das alles klingt fast wie eine schlecht gemachte Verschwörungstheorie: Durch konspiratives Wirken sollen hier die Coburger „Residenzler“ veräppelt werden? Nur warum und wer hat sich verschworen? Ich steige immer noch nicht durch.
 

Wer oder was steckt wirklich dahinter?

 
Soll ich ehrlich sein? Ich habe keine Ahnung.
 
Ich kann nur an Kulmbacher appellieren, das Etikett neu gestalten zu lassen, mit einer würdigen Darstellung des Coburger Wahrzeichens. Gerne übernehme ich diesen Job, Anfragen an mich – jederzeit!

Bier beim Sport – ein Test!

geposted am: 31 März 2017 von Lothar 1 Kommentar

Dass Bier Kraft gibt hat man vermutlich lange geglaubt und in einigen entlegenen Regionen denkt man das vermutlich noch immer. Bestenfalls macht Bier stark im Sinne von gwampert, weil es den Appetit anregen kann. Sicher, die gefühlte Kraft kann tatsächlich nach der ersten Halben deutlich gesteigert sein. Man fühlt sich gut, ist wohlig enthemmt und neigt zu ersten Fehleinschätzungen. Das kennt eigentlich jeder, der nicht nur alkoholfreies Bier trinkt. Dass Bier, also „richtiges“, keine Kraft gibt, sondern eher schwächt, das habe ich vor vielen Jahren so richtig begriffen. Ich war damals mit meinem Freund Max unterwegs von Würzburg nach Kassel. Zur Dokumenta. Das machen wir immer wenn sie stattfindet, also alle fünf Jahre. Mit dem Rad. Eine Strecke, die in drei Tagen problemlos machbar ist. Solange man sich nicht im Spessart verfährt. So kam es, dass wir ungewollt viele Höhenmeter angesammelt hatten und nahezu dehydriert waren. Es war keine Getränkequelle in Sicht, nicht mal dieses „Wirtshaus im Spessart“. In einem kleinen Ort stießen wir dann schließlich auf ein Dorffest mit Grill und Bierschankwagen. Weil uns das goldene Getränk so anlachte, haben wir gleich mal einen Krug gelehrt und wurden mit einem schlagartigen Anstieg unserer Laune belohnt. Hoch motiviert stiegen wir wieder auf die bepackten Drahtesel. Doch: Ich konnte es kaum fassen, ich war so unglaublich schwach. Das Bier hatte sich wie Blei in den Beinen festgesetzt. Ich hatte das Gefühl, als ob ich mit Elefantenfüßen pedalieren müsste. Völlig schwach, mit einem Rest wohliger Enthemmung strampelten wir der untergehenden Sonne entgegen, um dann schließlich unser Zelt aufzuschlagen und die Elefantenfüße im Schlafsack unterzubringen.
 
Als ich kürzlich das Squeezy Energy Gel Bier entdeckt habe, fühlte ich mich an dieses Erlebnis im Spessart erinnert. Wobei das Bier-Gel mit Bier tatsächlich so gut wie nichts gemeinsam hat. Bier sucht man auf der Zutatenliste vergeblich: Maltodextrin, Wasser, Fruktose, Säuerungsmittel: Zitronensäure; Konservierungsstoff: Kaliumsorbat; Aroma, Natriumcitrat, Kochsalz, Kaliumcitrat, Antioxidationsmittel: Ascorbinsäure.
 

 
Gestern habe ich das Squeezy Energy Gel Bier auf einem kleinen Rennradausfahrt gleich mal probiert. Ich muss sagen, so schlecht hat es gar nicht geschmeckt. Wer solche Gels kennt, weiß wie übel diese sein könne: Von Vanille bis Zahnpastageschmack ist alles drin. Das Biergel war überraschend schmackhaft. Also im Vergleich! Es war relativ herb und durch den vielen Zucker gleichzeitig süß. Ein bisschen wie ein Dunkles Radler. Aber kein Vergleich zu echtem Bier: Die Elefantenfüße blieben völlig aus.
 

Endspiel, Barleywine von Lehe / St. Erhard

geposted am: 12 Januar 2017 von Lothar bisher keine Kommentare

Brauerei: Lehe
Land: Estland
 
lehe-bier-endspiel-st-erhard
 

Prolog:

In der estnischen Brauerei Lehe ist in Zusammenarbeit mit St. Erhard aus Bamberg ein sehr starkes Ale entstanden. Das Bier mit dem Namen „Endspiel“ hat satte 9,5 vol. % Alkohol und erinnert daher auch in der englischen Bezeichnung (Barleywine) an Wein.
  

Verkostung:

Die Verpackung und Name scheinen mir vielversprechend, gerne gieße ich das Bier vorsichtig in mein Glas. Das tue ich viel bedachter als sonst, ich behandle es schon beim Einschenken wie Wein – denke ich mir. Wo das wohl hinführt? Das kupferbronzefarbene Bier sieht wärmend aus. Eine schöne Farbe. Der cremfarbene Schaum ist scheu und sogleich weg. Ich habe kaum Zeit ein Foto zu machen. Das überrascht mich etwas, denn ich hatte eher einen festen standhaften Schaum erwartet. Es zeigt einen ruhigen und entspannten Körper und lässt mich an das Ungespundete von Mahr’s denken. Das Geruchsbild ist malzig mit solider Karamell-Note. Im Antrunk ist es durchaus süßlich, im Mitteltrunk erinnert es an Whiskey. Es ist sehr kräftig, würzig mit feinherbem Ausklang.
  

Gut für:

Das Bier ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts für den Fernsehabend. Das heißt, auch wenn es „Endspiel“ heißt, ist es weder für die EM noch für die WM tauglich. Ich denke, es ist Bier für ein Tasting: Ein Biertasting, bei dem man (mehr …)

Alkoholfreie Biere im Test / Teil 6: Hacker-Pschorr Münchner Helles

geposted am: 22 September 2016 von Lothar 2 Kommentare

Da Somma is boid um. Seid a bo Dog is d Wiesn in Minga. Do hoggd ma si gern amoi zamm und dringt a Münchner Hells oder aa a alkoholfreis Münchner Hells.
 
Bierflasche Hacker Pschorr alkoholfrei
 
I hob ma oans vo Hacker-Pschorr ghoid. Es kimmt aus ana doch recht oidn Bierquelle – de gibt’s seit 1417. Heid is de GmbH mit Paulaner vaheirat und gherd zur Brau Holding International AG. Naja und de Holing is a Ziagdochda vo da Schörghuaba Unternehmensgruppn und vom Biergigant Heineken. De Flaschn vom Helln mit klassischm Bügl gfoid ma guad. As Etikett kimmt aber scho a wengal oidbacha daher.
 

Schau ma moi wos drin is:

 
As „normale“ Hacker-Pschorr hod an kernign, voimundign Gschmack. Es schmeckt wia reifs Droad und is scho wos andas ois wia andre wassrige Helle. Ko a Alkoholfreis do midhoidn? I daad song as Aroma is freilich bierig. Da Gschmack is fest moizig und guad siaß. Es lafft dennaschd guad. Da gscheide Gschmack geht aber ob.
 
hacker-pschorr-alkoholfrei-biertest
 

Bisher in der Serie „Alkoholfreie Biere im Test“ ist erschienen:

 

1. Biertest: Neumarkter Lammsbräu Dunkel alkoholfrei

2. Biertest: Diebels Altbier alkoholfrei

3. Biertest: Budweiser Budvar B:Free

4. Biertest: Le Chauffeur Brauhaus Nittenau

5. Biertest: Gaffel Frei Kölsch

 

Alkoholfreie Biere im Test / Teil 5: Gaffel Frei Kölsch

geposted am: 2 August 2016 von Lothar bisher keine Kommentare

Natürlich gibt es auch die blanke, schlanke obergärige Spezialität aus Köln in einer alkoholfreien Version. Das Kölsch! Im Biertest habe ich eines aus der Privatbrauerei Gaffel.
 
Es kommt recht chic verpackt in einer transparenten Flasche daher:

 
Gaffel-Koelsch-Bierblog-Test
 

Der erste Moment – als sich das Bier im Glas gerade entfaltet – lässt mich an eine Kornkammer denken, ja, das Bier leuchtet gold-blank und duftet nach frisch eingefahrener Sommergerste. Hochsommer in der Flasche, denke ich fast schon euphorisch. Das Kölsch beginnt also sehr gut, flaut dann aber etwas ab: Im Geschmack ist es leicht malzig, etwas brotig, mit erdiger Note. Es ist klassisch feinherb und zum Ende hin sehr leicht.
 
Koelsch-alkoholfrei-test
  

Bisher in der Serie „Alkoholfreie Biere im Test“ ist erschienen:

 

1. Biertest: Neumarkter Lammsbräu Dunkel alkoholfrei

2. Biertest: Diebels Altbier alkoholfrei

3. Biertest: Budweiser Budvar B:Free

4. Biertest: Le Chauffeur Brauhaus Nittenau

 

Alkoholfreie Biere im Test / Teil 4: Le Chauffeur Brauhaus Nittenau

geposted am: 28 Juli 2016 von Lothar bisher keine Kommentare

Aus Nittenau, einer echten Kleinstadt in der Oberpfalz kommt ein sehr interessantes alkoholfreies Bier. Ein Bier ohne Umdrehungen mit einem sehr passenden Namen: Le Chauffeur. Bei diesem alkoholfreien Idian Pale Ale kommen die Hopfensorten Simcoe und Mosaik zum Einsatz und wecken fruchtige Erwartungen.

 

Le_Chauffeur_Nittenau_Bier_Test_IPA_alkoholfrei

 
Kaum im Glas, vertrömt das Bier schon einen kräftigen Duft nach Mandarine! Sehr fruchtig-tropisch ist es auch im Geschmacksbild, zudem ist das Bier angenehm feinherb und hat einen ausgesprochen ausgewogen malzigen Körper. Das naturtrübe IPA kann mit seinen trendigen alkohlisierten Craft-Kollegen geschmacklich absolut mithalten! Beide Daumen hoch, ein echt schmackhaftes alkoholfreies Bier!
 
Le-Chauffeur--alkoholfrei-Test-m

Bisher in der Serie „Alkoholfreie Biere im Test“ ist erschienen:

 

1. Biertest: Neumarkter Lammsbräu Dunkel alkoholfrei

2. Biertest: Diebels Altbier alkoholfrei

3. Biertest: Budweiser Budvar B:Free

 

Die Bierdose: ökologisch und gut für’s Bier?

geposted am: 19 Juli 2016 von Lothar 2 Kommentare

Kürzlich habe ich eine Bierdose der Stone Brewing Brauerei Berlin in der Hand gehalten und Folgendes auf der Dose gelesen:

 
„DOSEN SIND BESSER. KEINE FRAGE. Dosen sind endlos recyclebar, umweltverträglicher und besser fürs Bier“.
 
Dosenbier-Nachteile-Sauerstoffeintrag
 
Stone Brewing ist eine amerikanische Großbrauerei, die kürzlich in Berlin eine Niederlassung gegründet hat. Diese Brauerei behauptet, Bier aus Dosen sei generell besser. Besser als was? Besser als Fassbier? Besser als Bier aus Plastikflaschen, besser als Bier aus Glasflaschen?
 
Im Magazin „Craft“ sagte der Chef des Unternehmens im Frühjahr dieses Jahres folgendes:
 

„Ich entscheide nur nach Fakten, nicht nach Meinungen, und Tatsache ist, dass es kein besseres Behältnis als die Dose gibt, um Bier frisch zu halten. Außerdem sind die Transportkosten unschlagbar, da Dosen viel leichter als Glas sind und weniger Platz benötigen. Und was die vermeintliche Umweltschädlichkeit anbelangt: Metall lässt sich unendlich recyceln. Aus Qualitätsgesichtspunkten gibt es also keine bessere Möglichkeit als die Dose.“

 
Okay, er meint also besser als Bier in Glasflaschen, bzw. Mehrwegglasflaschen.
 
 

Ist die Dose wirklich besser für das Produkt Bier, also aus reinen Qualitätsgründen?

 
Die Bierdose hat auf der Habenseite einen Vorteil, den Glas so nicht bietet: Eine Bierdose ist nämlich immer 100% blickdicht. Oder sagen wir noch blickdichter als eine dunkle Flasche oder eine die einen Lichtschutzfaktor hat. Aber diesen Vorteil, besser gegen Lichtgeschmack geschützt zu sein, könnte eine Dose nur ausspielen, wenn man sie am Äquator in der prallen Sonne lagern würde. Bier wird stattdessen bekanntlich eher durchgehend kühl und dunkel aufbewahrt. Das war es aber dann schon mit den reinen Qualitätsvorteilen im Bezug auf den Inhalt. Dosenbier hat denke ich eher Nachteile:
 
1. Dosenbier wird klassischerweise vor oder nach dem Abfüllen behandelt. In der Regel wird es nach dem Abfüllen bei ca. 65–75 °C pasteurisiert. Das heißt, die Dose wird dabei erwärmt. Nachteil: Beim Pasteurisieren ist von Qualitätseinbußen auszugehen. Das kann sich auch auf den Geschmack auswirken.
 
2. Dosen, egal ob aus Weißblech oder Aluminium, müssen vor Korrosion geschützt werden. Denn sonst lösen sich Metalle und werden auf den Füllinhalt übertragen. Verfärbungen und geschmackliche Beeinträchtigungen wären die Folge. Daher wird die Innenseite der Dose versiegelt. In der Regel kommt hier ein Kunststoff zum Einsatz der Weichmacher wie BPA enthält. Genau solche Stoffe können in das Bier übertragen werden. Es gibt auch BPA-freie Beschichtungssysteme, allerdings sind diese laut Verbraucherzentrale in der Regel noch nicht im Einsatz. Nachteil im Vergleich zu Flaschenbier: Bier in einer Verpackung die Weichmacher enthält ist fragwürdig.
 
3. Der Verschluss von Getränkedosen ist Umwelteinflüssen ausgesetzt. Anders, als bei einem Schraub-, Bügel-, oder Kornkorkenverschluss können sich hier Schmutz oder Keime ansammeln. Diese würden beim Einschenken mit ins Bier wandern. Nachteil im Vergleich zu Flaschenbier: Die Sauberkeit des Verschlusses steht in Abhängigkeit von den Transport- und Lagerbedingungen.
 
4. Die Qualität, besonders aber die Haltbarkeit von Bier wird auch von enthaltenem Restsauerstoff bestimmt. Dieser Reststauerstoff kommt nach dem Abfüllen sowohl in der Flüssigkeit als auch im Kopfraum des Behältnisses vor. Bei der Abfüllung wird darauf geachtet, dass der Sauerstoffeintrag möglichst gering ist. Dosen haben bei der Abfüllung genau an dieser Stelle einen Nachteil: Während des Befüllvorgangs, also bevor der Deckel der Dose eingepresst wird, ist die Oberfläche des Bieres deutlich größer als bei einer Flasche. Bei einer Dose sind das mehr als 5 cm im Durchmesser, bei eine Flasche weniger als 2 cm. Bei der industriellen (mehr …)

Alkoholfreie Biere im Test / Teil 3: Budweiser Budvar B:Free

geposted am: 28 Juni 2016 von Lothar bisher keine Kommentare

Auch aus dem Hause des tschechischen Budweiser Budvar gibt es ein alkoholfreies Bier. Leider habe ich es nur in einer Dose organisieren können. Das geht eigentlich gar nicht! Aber weil es nicht anders ging, trinke ich eben mal Bier, das vorher in einer Dose war.

 
Budweiser-B-free-Test-alkoholfrei-Bier
 

Das Bier hat eine schöne goldene Farbe. Im Aroma ist es spätsommrig-getreidig. Aber auch recht würzig. Das Budweiser Budvar B:Free hat ein angenehmes Mundgefühl, gute Renzenz, dann etwas süßlich – wie sein alkoholhaltiger Bruder auch. Im Nachgang kommt eine dezente Hopfennote zum Ausdruck.

 
Budweiser-Budvar-B-Free-Test

Alkoholfreie Biere im Test / Teil 2: Diebels Altbier alkoholfrei

geposted am: 20 Juni 2016 von Lothar 1 Kommentar

Der zweite Kandidat im großen alkoholfreien Biertest kommt aus der Region Niederrhein aus dem Hause Diebels. Die Geschicke der ehemaligen Familienbrauerei werden seit vielen Jahren von dem allseits bekannten Biergiganten Anheuser-Busch InBev gelenkt.

Die große Frage ist, wie schmeckt die alkoholfreie Variante des Altbiers von Diebels?

 

Diebels-alkoholfrei-Biertest

 

Das Schaumbild ist appetitlich, leicht cremig mit mittelmäßiger Standhaftigkeit. Die Farbgebung glänzt in bester Kastanie. Im Aroma ist es brotig und erinnert etwas an Sauerteig. Der Antrunk des alkoholfreien Diebels ist zunächst durchaus vollmundig. Es flaut aber dann ab und wird leichter als zunächst angekündigt. Es findet sich auch hier die brotige Note mit leichten Anklängen von Malz. Im Nachgang ist es klassisch feinherb.

 

Biertest-Diebels-alkoholfrei

 

Bisher in der Serie „Alkoholfreie Biere im Test“ ist erschienen:

 

1. Biertest: Neumarkter Lammsbräu Dunkel alkoholfrei

 

 

Der große Geschmackstest: alkoholfreie Biere im Test / Teil 1: Startup mit Neumartker Lammsbräu Dunkel alkoholfrei

geposted am: 9 Juni 2016 von Lothar 7 Kommentare

Das Bierdiarium trinkt sich diesen Sommer durch den alkoholfreien Biermarkt. Welche Sorten überzeugen und welche weniger, das wird sich im Lauf dieser Bier-Testreihe zeigen.
 
Zunächst muss ich sagen, wenn ich an alkoholfreies Bier denke, dann denke ich immer an „Jever Fun“. Dieses „Fun“, das so überhaupt nicht zu diesem Getränk passt, hat sich in mein Hirn für immer eingebrannt. Das kam so: Vor vielen Jahren, als ich noch sehr jung und vielleicht auch etwas dumm war, habe ich mit meinem damaligen Kumpel Leo ein kleines Pop und Punkrock Festival besucht. Das Festival war praktischerweise nicht weit weg und so hat Leo angeboten zu fahren und um einen Kasten Bier – sagte er – werde er sich auch kümmern! Das klang nach einem Sorglospaket und ich lies mich gerne abholen. Halbherzig vorgeglüht, stieg ich in seinen biederen, silbergrauen Opel Vectra mit Stufenheck im Rentnerbestzustand und wurde auf mausgrauem Velour mit Wackeldackel auf der Hutablage zum Festivalgelände kutschiert. Es war ein heißer Sommertag. Dort angekommen öffnete Leo den Kofferraum und zog sich lässig ein Bier aus dem Kasten. Ich zog nach und wir prosteten zu. „Schön kühl, sehr gut, Leo, aber Bier in grünen Flaschen ist doch Mist, warum hast du kein Gampert (generationenübergreifende Regionalmarke im Coburger Land) gekauft?“. Leo: „Gampert gibt’s net alkoholfrei“. O_o Er hatte tatsächlich einen ganzen Kasten alkoholfreies Bier gekauft! „Leo wir wollen das Festival rocken und du kaufst eine Spaßbremse in grünen Flaschen?!“. Ich war fassungslos. Obwohl es eigentlich nicht überraschend war, zumindest rückblickend: Leos wilde Phase dauerte nicht Jahre oder wenigstens Wochen, nein, sie war nur einmal für wenige Sekunden anwesend, als er in Coburg über eine rote Ampel ging. Auf der frühmorgendlichen Heimfahrt war ich aber durchaus dankbar, denn Leo hatte sich tatsächlich nur durch den Kasten Jever Fun getrunken. Während ich fleißig die Getränkestände subventioniert hatte. Leo versicherte mir, er wäre jederzeit bremsbereit, wenn mir übel würde. „Lothar, gib mir drei Sekunden!“. Ich hörte nur mit halbem Ohr hin und schlummerte ein.  
Seit damals ist viel passiert: Leo ist in seiner altbackenen Attitüde aufgeblüht. Ich bin vor allem gescheiter und am Alkoholfreien Biermarkt gibt es heute sehr viele Brauereien, zum Teil auch kleinere (Gampert hat aber noch keines im Sortiment). Es gibt nicht nur bitteres Pils bzw. Lagerbier und Weizen, sondern auch andere Stile wie zum Beispiel Dunkles, Altbier, IPA und sogar Kölsch. Wie diese so schmecken, die neuen Alkoholfreien, möchte ich in der kommenden Zeit in einem Praxistest herausfinden und zeigen.

 

Der erste Kandidat für „alkoholfreie Biere im Test“, kommt aus der Oberpfalz: Es ist das Dunkle Alkoholfreie aus dem Kessel der Biobrauerei Neumarkter Lammsbräu:

 
Neumartker-Lammsbraeu-Dunkel-alkoholfrei-Bier-Test
 

Und so ist es: Der Schaum ist stabil, großporig und leicht cremfarben. Das nussbraune Dunkel duftet spürbar nach Bayrisch Blockmalz. Im Antrunk ist es etwas rezent. Der Köper ist weich, (mehr …)

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