Bierdiarium

Ein Blog über Bier. Denn Bier birgt Erzählstoff!

Das Phänomen Edelbier im Praxistest: Welde Jahrgangsbier #7

geposted am: 31 Januar 2016 von Lothar bisher keine Kommentare

Das große Jubiläum rückt immer näher. Ich meine den 23. April 2016. Da wird nämlich die Idee des Reinheitsgebots 500 Jahre alt. Eine Party, bei der die meisten Brauer natürlich anwesend sein werden und sicher auch ein-zwei über den Durst trinken werden. Dann hoffentlich auch ein Bier, das tatsächlich so hergestellt wurde, dass es mit dieser Idee – die gefeiert wird – auch wirklich zu 100% vereinbar ist. Denn wir wissen leider, dass einige Hersteller beim Reinheitsgebot – sowohl in der Flasche, als auch auf dem Etikett – viel Interpretationsspielraum sehen.
 
Auf jeden Fall werden uns in diesem Jahr einige Jubiläumsbiere begegnen. Eines davon ist das (7.) Jahrgangsbier der Brauerei Welde. Laut Brauerei eine Hommage an das Reinheitsgebot: Wasser, Malz, Hopfen, Hefe – bei acht Wochen Kältereifung. Aber irgendwie doch trendy, denn der untergärige Lagerbock ist mit dem Aromahopfen Mandarina Bavaria aus der Holledau gehopft. Auch die Verpackung, die 0,75l Champagnerflasche, macht deutlich: Hier kommt nicht einfach eine Hommage, hier kommt ein echtes Edelbier.

 

Welde-Jahrgangsbier-Test-2016
 

Und wie ist es?

Das rötlich-braune Edelbier hat feine Schwebstoffe und eine leicht getönte Schaumkrone. Es verströmt ein (mehr …)

Frankenheim Altbier

geposted am: 30 Oktober 2015 von Lothar bisher keine Kommentare

Brauerei: Warsteiner
Land: Deutschland, Nordrhein-Westfalen
 
Altbier
 

Prolog:

Heute ist in der Verkostung ein Bier, das eigentlich aus einer Altbier-Hochburg stammt: Das Frankenheim aus Düsseldorf. Zumindest ehemals. Denn die Brauerei Frankenheim wurde Mitte der 00er Jahre von der Warsteiner Brauerei übernommen. Der Name der Brauerei wird seit einigen Jahren nur noch als Marke genutzt und das Altbier am Stammsitz in Warstein gebraut.
 

Verkostung:

Vor mir steht ein klares kastanienbraunes Bier. Die Textur seines Schaumes ist flockig und grobporig. Im Aroma ist es leicht röstig und wärmend harzig. Beim Geschmack muss ich an dunkles Holzofenbrot denken und etwas an Kandis. Es ist durchaus vollmundig. Im Nachgang spürbar (mehr …)

Das Phänomen Edelbier im Praxistest: Maisel & Stiegl machen gemeinsame Sache: Co-Brewing

geposted am: 12 Oktober 2015 von Lothar bisher keine Kommentare

Unter dem Schlagwort Co-Brewing gibt es in der Craft Bier Szene immer wieder Kooperationen von Brauern. In enger Kollaboration entstehen dabei besondere, limitierte und eher hochpreisige Biere. Im Vertrieb wird der Focus dann ganz bewusst auf den gemeinsamen Sud gelegt.
Was solche Experimente angeht, ist die Familienbrauerei Maisel mit ihrer Marke Maisel & Friends in der Vergangenheit schon aktiv gewesen. Nun haben sich die Oberfranken mit Österreichs größter Familienbrauerei zusammengetan. Da das Absatzgebiete von Stiegl eher die Region um Salzburg, Oberösterreich und Tirol ist, kann man auch nicht von direkten Konkurrenten sprechen. Und es ist glaubwürdig, dass die Brauer befreundet sind.

 

Bei dieser fränkisch-salzburgerischen Braufreundschaft sind zwei Biere entstanden: Die „Bordeaux Weisse“ (in Bayreuth) und ein „Smoked Baltic Porter“ (in Salzburg). Auffällig ist das ansprechende Packaging. Die beiden „Freunde“ präsentieren sich solide und mit optischem Zusammenhalt. Dennoch erkennt man deutlich, dass hinter den Bieren zwei Brauereien stecken.
 
Maisel-Stiegl-Bier-Friends
 
 

Die Co-Brewing Bordeaux Weisse:

Namensgeber des Co-Brewing Weißbieres ist der sogenannte Bordeaux-Weizen, ein fast vergessenes Urgetreide. Gewürzt ist das Edelbier mit Anthanum-, Chinook- und Herkuleshopfen. Es hat 7,3 % vol. Umdrehungen und 40 Bittereinheiten.
Im Glas verströmt das Bier ein solides Bananenaroma, gepaart mit einer (mehr …)

Das IKEA Bier im Test

geposted am: 19 August 2015 von Lothar 4 Kommentare

Auf dem Weg durch eine IKEA-Filiale bin ich nun auch über das Bier mit dem IKEA Logo gestolpert. Das Bier gibt es in zwei Sorten: ÖL LJUS LAGER und ÖL MÖRL LAGER. Wobei hier keine skandinavischen Ortschaften, Seen oder Tiere mit lustigen Namen Paten standen, sondern „Öl“ heißt auf schwedisch schlicht Bier, „ljus“ sowas wie hell und „mörl“ bedeutet dunkel.

 
Ikea-Bier-Test-Kronkorken-Bierflasche
 
Der Kronkorken der Biere ist eigentlich ganz lustig: Er weißt darauf hin, dass kein Öffner dabei ist. Ikea-Beer Das ist eine Anspielung auf die IKEA-typischen Aufbauanleitungen und Verkaufshinweise. Auf dem Etikett sehen wir ein Blumengebilde, das – sagen wir mal vorsichtig ausgedrückt – wenig Ähnlichkeit mit Hopfen hat und an Getreide nur bedingt erinnert.
Es wirkt als wäre es von irgendeinem hauseigenen Topflappen, einem Küchenhandtuch oder einer Serviette entlaufen. Die Flasche ist aus Glas und mit einem Einweglabel versehen.
 
 

ÖL LJUS LAGER:

 
Ikea-Lagerbier-Biertest-Ikeabier
 
Ich verkoste das helle Lagerbier und finde es im Aroma entspannt bierig. Im Geschmack ist es leicht spätsommerlich und dabei fein-herb. Es ist angenehm trinkbar.
Die Biere hier im Test werden übrigens von der familiengeführten Brauerei Krönleins gebraut. Die Brauerei hat eine interessante Geschichte : Sie brachte im 19. Jahrhundert deutsche Bierstile auf den schwedischen Markt.
 
 

ÖL MÖRL LAGER:

 
Ikea-Lagerbier-dunkel-Biertest-bierblog
 
Das dunkle Lagerbier ist dunkel, der Schaum ist eher kurzweilig und böse Zungen sagen, wenn es etwas mehr prickeln würde, könnte es auch Cola sein. Also rein optisch. Das dunkle Lager von IKEA ist im Aroma und auch im Geschmack etwas röstig. Es ist (mehr …)

Sommer, Sonne, Weißbier!

geposted am: 8 August 2015 von Lothar bisher keine Kommentare

Sommerzeit ist Bierzeit! Nein, Bierzeit ist immer. Sommerzeit ist Biergartenzeit. Ja, auf jeden Fall. Sommer ist aber vor allem auch Weizenbierzeit. Weizenbier (in weiten Teilen in Österreich, Bayern und auch in Brandenburg schlicht Weißbier genannt) gehört im Sommer zu den beliebtesten Bierstilen.

 
Auch wenn es gerade schon ein paar Wochen ziemlich heiß ist, wir alle wissen: Meistens ist es nicht so. Die lauwarme bis warme Jahreszeit dauert maximal drei Monate. Das restliche Jahr ist es entweder kalt, nass oder beides. Eine Phase in der sich der Mitteleuropäer auf den Sommer freut. Diese Sommererwartungszeit dauert also rund ¾ des Jahres. Fies lang. Das Zeitfenster ein von Sonnenstrahlen erleuchtetes Weißbier zu trinken ist somit relativ klein. Theoretisch müsste man es sobald es „warm“ ist durchgehend trinken, um auf den nötigen Jahreskonsum zu kommen: Morgens zum Frühshoppen. Nachmittags um 17h und vielleicht noch eines bei Sonnenuntergang. Arbeit macht nach einer Weiße zwar vielleicht mehr Spaß ist aber unproduktiver. Das fördert also zunächst das Betriebsklima gefällt aber dem Chef nicht. Leider ist das für viele nicht alltagskompatibel. Arbeit macht nach einer Weiße zwar vielleicht mehr Spaß ist aber unproduktiver. Das fördert also zunächst das Betriebsklima gefällt aber dem Chef nicht. Niemand kann dann noch Auto fahren, auch Minister nicht oder vernünftig Radeln. Die Liste der Dinge, die dann problematisch werden, ist lang und wird immer länger. Dennoch braucht der Mensch im Sommer eine angemessene Menge Weißbier. Diese Problematik erkannte auch Bierus, der Gott des Bieres und der Trunkenheit und hat den Brauern gezeigt, dass man den (mehr …)

Ausflug zu den Bierinseln in München, 25. Juli 2015

geposted am: 31 Juli 2015 von Philipp bisher keine Kommentare

Gastbeitrag von Philipp:

 

Letzten Samstag fanden die 2. Münchner Bierinseln statt. Bei Bierinseln handelt es sich um ausgewählte Geschäfte und Lokale, die sich auf besondere Art und Weise dem Bier verschrieben haben. Hier gibt es handwerklich hergestellte Craft-Biere und andere Brau-Spezialitäten. An einem Tag im Jahr kann man dann dort verschiedene Biere verkosten.

Hätte ich nicht einen Schwager, der einen Bierblog betreibt, hätte ich vermutlich wieder nichts von der Veranstaltung gewusst. Mir ist es immer noch ein Rätsel, wie so ein Ereignis, das offensichtlich schon einmal stattfand, an mir vorbeigehen konnte.

Zusätzlich bekam ich einen exklusiven Verkostungsvoucher von Lothar, mit dem ich an jeder Bierinsel kostenlos verkosten durfte.
 
 

Bierinsel #1: Biervana

Wir machten uns zu viert auf den Weg und starteten in Schwabing im Biervana. Es war schön, wieder einmal durch die Gegend zu laufen, in der ich als Student gewohnt habe. Vieles hat sich nicht geändert, doch wenn man auf die Details achtet, entdeckt man neue Läden und Restaurants an einigen Ecken. Vor dem Biervana hatten sich schon mehrere Menschen versammelt. Sogar ein Reporter vom BR war vor Ort und interviewte die Gäste. Elegant gingen wir ihm aus dem Weg. Mein Gutschein sorgte zunächst für Verwirrung, wurde aber akzeptiert. Folgende Biere gab es:
 
Rhubarb Wire von Brewcifer
Very White Porn Star von Mashsee Brauerei
Backbone Splitter von Hanscraft & Co.
 
Bierinsel-Biervana
 
Von allen dreien fand ich das Rhubarb am besten, obwohl die Rhabarbernote nicht als solche erkennbar war. „Schmeckt wie in einem Blumenladen“, so die Meinung in unserer Runde. Das Porn Star, ein belgisches Wit Bier, bestach durch seine säuerliche Ingwer-Koriander-Note. Der Backbone (mehr …)

Die Hopfenlust von Glaabsbräu im Test mit dem IPA Glas von Spiegelau

geposted am: 11 Juli 2015 von Lothar bisher keine Kommentare

Bier: Glaabsbräu, Hessen
Glas: Kristallglasfabrik Spiegelau, Oberpfalz (Bayern)
 
Glaabsbraeu_Hopfenlust
 

Prolog:

Die Hopfenlust der hessischen Brauerei Glaabsbräu kommt sehr unaufgeregt in einer kleinen Bügelverschlussfalsche daher. Von Craft-Bier-Allüren ist die Verpackung weit entfernt. Sie gibt sich bodenständig. Dennoch ist der Inhalt anders. Es ist kalt gehopft. Mit Sorachi Ace, einem Aromahopfen, der eigentlich die Züchtung einer japanischen Brauerei ist. Seinen Durchbruch hat die Hopfenkreuzung aus Brewers Gold und Saazer (1) aber mit dem Craft-Bier Hipe in den USA erlangt. Man findet diese Hopfensorte in vielen IPAs.
 
 

Verkostung:

Obwohl das Bier als Lagerbier/Schankbier vertrieben wird, verkoste ich das Bier aus dem Spiegelau IPA Glas. Die kaltgehopfte Hopfenlust wird sich in diesem Glas bestimmt wohlfühlen.
 
Und so ist es auch. Das sonnig leuchtende, naturtrübe Getränk entwickelt in dem Glas aus der Oberpfalz einen ausgesprochen fein-cremigen, weißen Schaum! Und aus diesem strömen sie, die tropischen Aromen! Ich erkenne tropische Noten aus Litschi und besonders Mandarine. Theoretisch müsste man auch Kokos wahrnehmen. Im Antrunk ist es sehr fein und ich finde die Aromen zusammen mit einem Hauch von Malz wieder. Malz und Hopfen sind in einer Balance, die auch im Nachklang erhalten bleibt. Die Qualität des Schaumes ist verblüffend bis zum letzten Schluck nach mehreren Minuten, bleiben weite Teile erhalten und sorgen für eine Aromawolke.
 
Das IPA Craft-Bier-Glas aus der Opferfalz hat eine ästhetische und funktionale Form. Es erinnert zugleich an eine Lagerbier-Stange und an eine Pils-Tulpe. Und vereint damit das Beste aus beiden Glastypen. Es fängt die Aromen so gut wie das traditionelle (mehr …)

Störtebeker Roggen-Weizen

geposted am: 28 Mai 2015 von Lothar 3 Kommentare

Brauerei: Störtebeker Braumanufaktur
Land: Mecklenburg-Vorpommern
 
Stoertebeker-Roggen-Weizen-Bier
 
 

Prolog:

Heute ruht in meinem Glas ein naturbelassenes, obergäriges und dunkles Hefebier aus Roggen und Weizen. Es kommt aus dem – bei mir für gutes Bier bekannten – Hause Störtebeker.

Das hochwertige Getreide Roggen findet man selten in Bieren. Das klingt interessant. Positiv an dem Bier fällt außerdem auf, dass alle Zutaten, abgesehen vom Wasser (ja, Wasser kann „bio“ sein, laut BGH) und der Hefe, aus kontrolliert biologischem Anbau stammen.

 
 

Verkostung:

Nein, lange habe ich das Roggen-Weizenbier natürlich nicht ruhen lassen. Denn Bier muss zwingend rasch getrunken werden!

Vor dem ersten ausgiebigen Schluck aus dem schönen Glas, habe ich noch kurz meine Nase darüber (mehr …)

Das Phänomen Edelbier im Praxistest: Maisel & Friends Tripel Blanc / Freestyle #1

geposted am: 5 Mai 2015 von Lothar bisher keine Kommentare

Brauerei: Brauerei Gebrüder Maisel
Land: Franken

 

Maisel-Triple-Blanc-1
 
 

Prolog:

Heute im Test das erste Baby aus der Feestyle-Serie von Maisel&Friends.
 
Das Edel-Craft-Bier Tripel Blanc ist „inspiriert durch ein belgisches Tripel. Vergoren mit einer speziellen Weinhefe, die auf dem Saccharomyces-Stamm basiert. Die typischen Weinaromen wurden mit dem Aromahopfen Hallertauer Blanc verfeinert“ schreibt die Brauerei.
 
Ich lese „belgisch“ und denke mir: naja. Ich stehe belgischen Bieren nämlich leicht skeptisch gegenüber. Bin mir gar nicht so sicher woher das kommt. So viele habe ich noch gar nicht probiert. Ich vermute das liegt daran, weil es da einige gibt, die mit Früchten (Fruchtlambics) versetzt sind und das schmeckt (mehr …)

Göller Wiener Lager

geposted am: 30 März 2015 von Lothar bisher keine Kommentare

Brauerei: Göller
Land: Franken

 

Goeller-Wiener-Lager-Craftbeer-Test
 
 

Prolog:

Kürzlich habe ich an der Kasse meines heimischen Getränkemarktes zwei Flaschen „Wiener Lager“ aus dem Hause Göller stehen sehen. Auf dem urig gestylten Etikett stand fett „Bundessieger Craftbeer“. Das weckte mein Interesse und zwei Flaschen davon wanderten in den gemischten Kasten. Wie ich später recherchiert habe, wird das Bier nur im Winter gebraut, also habe ich wohl die zwei restlichen Flaschen aus dem Markt gekauft. Die letzten zwei „Bundessieger“ in Coburg, vermutlich. Ich bin zwar nicht immer up to date, aber dass ein deutscher Craftbeer-Wettbewerb ausgelobt worden wäre – bei dem auch noch ein fränkisches Bier abgeräumt hätte – ist mir nicht bekannt. Also habe ich zunächst mal weiter recherchiert:
 
Und siehe da, einen solchen Wettbewerb gab es nie. Vielmehr ist mit dem „Bundessieger“ der Brauer gemeint. Nämlich Felix Göller, er ist im Jahr 2013 Bundessieger im Brauer- und Mälzer-Handwerk geworden. In Wahrheit ist es so: Das Bier entwickelte Felix Göller während seiner Lehrzeit und hat es zusammen mit seinem Vater gebraut. Die HWK hat ihn dann – wie gesagt – zum besten deutschen Nachwuchsbrauer erklärt. Was sich per se durchaus auch sehen lassen kann. Das Etikett gaukelt aber ein Siegerbier in einem (mehr …)

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